50 Millionen Dollar Kaution für falschen Rockefeller

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Christian G. muss sich vor Gericht verantworten.

Washington - Ein Gericht in Boston hat die Kaution für den 48-jährigen Deutschen, der sich in den USA jahrelang als Clark Rockefeller ausgegeben hat, auf 50 Millionen Dollar (etwa 35 Millionen Euro) festgesetzt.

Rockefeller, der mit richtigem Namen Christian Karl Gerhartsreiter heißt, ist wegen Kindesentführung, Überfall und gefährliche Körperverletzung angeklagt. Gerhartsreiter behauptete er sei nicht schuldig, berichtete der “Boston Globe“ am Dienstag. Er soll im Juli seine von ihm getrennt lebende siebenjährige Tochter mit Waffengewalt verschleppt haben.

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Gerhartsreiter Anwalt Stephen Hrones teilte Reportern laut der Zeitung nach der Anhörung mit, dass sein Klient nicht in der Lage sei, die Kaution aufzubringen. “Er ist keiner von den reichen Rockefellers“, sagte Hrones. Einige Bostoner Anwälte sagten, es handele sich um die höchste Kautionssumme die jemals in Massachusetts erhoben worden sei. Ab dem 23. März 2009 muss sich der aus Bayern stammende Deutsche vor Gericht zu den Vorwürfen verantworten.

Gerhartsreiter soll seine Tochter laut Staatsanwaltschaft bei einem Besuch in Boston, bei dem auch ein Sozialarbeiter zugegen war, unter Anwendung von Waffengewalt entführt haben. Die Polizei entdeckte später Vater und Tochter in Baltimore (Bundesstaat Maryland). Gerhartsreiter hatte seine wahre Identität zunächst nicht preisgegeben. Zahlreiche Zeugen hatten ihn jedoch eindeutig identifiziert.

Der Deutsche war nach Angaben der US-Behörden 1978 als Schüler in die USA eingereist und lebte seitdem hier unter verschiedenen Namen. Er gelte in einem weiteren Fall als “Person von Interesse“, hieß es. Dabei gehe es um ein vor 23 Jahren in Kalifornien mysteriös verschwundenes Ehepaar. Die Polizei geht davon aus, dass das Paar ermordet wurde, allerdings wurden ihre Leichen nie gefunden. Gerhartsreiter soll damals unter dem Namen Christopher Chichester im Gästehaus der Eheleute gewohnt haben.

Der heute 48-Jährige soll in den 80er Jahren versucht haben, unter dem Namen Chichester eine Hollywood-Karriere zu starten, schrieb der “Boston Herald“. Dann habe er sich an der Wall Street als Finanzier namens Christopher Crowe ausgegeben. Später nannte er sich Rockefeller und behauptete, Mitglied der schwerreichen Familie zu sein.

Quelle: DPA

Quelle: tz