Turbulentes Wochenende

Traum-Spätsommer fordert Bergretter: Mehrere Wanderer brechen zusammen - Frau stürzt vier Meter tief in Bergbach

Eine in Bergnot geratene Person wird in den Berchtesgadener Alpen am Rettungstau von einem Hubschrauber ausgeflogen.
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Der September verwöhnt Bayern mit Spätsommer-Wetter - die Bergretter sind deshalb in den Alpen im Dauereinsatz, hier am Wochenende im Berchtesgadener Land.

Der Spätsommer bereitet in Bayern 2020 viel Freude. Für die Bergwacht hat er Schattenseiten: In den bayerischen Alpen gab es ein turbulentes Wochenende.

Bad Reichenhall - Ein wenig kühler ist es zwar geworden - doch der traumhafte Spätsommer lockt weiterhin die Bergsportler in Scharen in die bayerischen Alpen. Das bekommen auch die Bergretter im äußersten Südosten des Freistaats zu spüren: Sie mussten am Wochenende allein im Berchtesgadener Land zu einem knappen Dutzend Einsätzen ausrücken, wie das dortige Bayerische Rote Kreuz am Sonntag (20. September) mitteilte.

Bergwacht im Berchtesgadener Land im Dauereinsatz: Bayerin stürzt in Klamm in Bergbach ab

Großes Glück im Unglück hatte dabei eine 49 Jahre alte Frau aus der Oberpfalz: Sie stürzte am Samstagmittag in der Almbachklamm bei einer Brücke vier Meter in die Tiefe - in den Almbach. Den Angaben zufolge verletzte sich die Bayerin am Kopf, an der Wirbelsäule und an der Hüfte.

Wanderer leisteten erste Hilfe, nach einem Notruf eilte die Bergwacht Marktschellenberg zu Fuß von umliegenden Bergen herab. Später konnte das Unfallopfer zunächst per Helikopter an einem 50-Meter-Rettungsseil geborgen und anschließend ins Klinikum Traunstein geflogen werden.

Bergretter im Spätsommer stark gefordert - mehrere Wanderer kollabieren oder überschätzen sich

Zudem kollabierten trotz der vergleichsweise moderaten Temperaturen gleich mehrere Wanderer in den Bergen oder mussten erschöpft gerettet werden. So war den Angaben zufolge schon am Freitagnachmittag ein vorerkrankter 23-Jähriger aus Bremen im Steilstück des Sagerecksteigs am Ende seiner Kräfte angelangt. Ein Helikopter brachte ihn und seinen Begleiter am Tau ans Südufer des Königssees, wo die Wasserwacht übernahm.

Einsatz für die Bergwacht am Königssee in Oberbayern - am 18. September musste ein 23-Jähriger zum Seeufer in Sicherheit gebracht werden.

Am Samstagmittag brach eine 25-Jährige am Untersberg-Stöhrhaus mit starken Kreislaufproblemen zusammen. Sie wurde mit dem Hubschrauber ins Kreisklinikum Bad Reichenhall geflogen. Stunden später musste auch eine „akut internistisch erkrankte jüngere Urlauberin“ mit starken Schmerzen an der Königssee-Halbinsel Sankt Bartholomä behandelt werden. Nach der Erstversorgung durch Einsatzkräfte wurde auch sie zum Klinikum Traunstein geflogen.

Am Königssee hatte im Sommer das gewagte Vorgehen eines Pärchens mit Kind für Stirnrunzeln gesorgt. Ernster endete im September ein Wandersausflug in den Tegernseer Alpen - ein Mann brach zusammen und starb. (fn)