Flucht unter Lebensgefahr

Auf Güterzug nach Bayern gelangt: Polizei greift schwangere Nigerianerin an S-Bahnhof auf

Eine hochschwangere Frau aus Nigeria ist auf einem Güterzug aus Italien nach Bayern gelangt. Polizisten nahmen sie am S-Bahnhof Zorneding fest. Dann kam sie direkt ins Krankenhaus.

Beamte der Bundespolizei nahmen die 26-Jährige im Gleisbereich der S-Bahn-Halts Zorneding bei München fest, berichtete ein Polizeisprecher am Sonntag. Da sie erklärte, sie sei beim Abstiegen vom Güterzug auf den Bauch gefallen, hätten sie die Beamten sofort zur Untersuchung in eine Münchner Klinik gebracht. Mutter und Kind seien allerdings wohlauf, hätten die Ärzte festgestellt.

Die Schwangere war nach Polizeierkenntnissen zunächst in Begleitung von zwei männlichen Flüchtlingen gewesen. Diese hatten den aus Verona kommenden Güterzug bereits zwei Stationen vorher in Grafing verlassen und waren dort in die S-Bahn Richtung München gestiegen waren. Dabei waren der 25 Jahre alte Nigerianer und der 23 Jahre alte Mann aus Mali Passanten aufgefallen, die umgehend die Bundespolizei verständigten. Die Schwangere blieb hingegen weiter auf dem Güterzug, um in Zorneding in die S-Bahn zu steigen. Alle drei wurden schließlich am S-Bahn-Halt Zorneding aufgegriffen.

Nach Angaben der Bundespolizei hätten Uniformierte damit seit Jahresanfang 84 Flüchtlinge aufgegriffen, die unter Lebensgefahr auf Güterzügen von Italien über den Brenner-Pass nach Deutschland gekommen sind. „Wir hatten vier Wochen Ruhe. Offenbar kommen jetzt wieder Flüchtlinge auf Güterzügen nach Bayern. Schon in den vergangenen Tagen hatten wir einen Flüchtling auf einem Zug entdeckt“, sagte der Polizeisprecher. Dabei spiele offenbar auch das sommerliche Wetter eine gewisse Rolle.

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dpa

Quelle: tz

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