Aus dem Gericht

Kopfstoß beschert Peitinger sechs Monate Haft

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In regelmäßigen Abständen sitzt ein 28-jähriger Peitinger auf der Anklagebank. Vor dem Weilheimer Amtsgericht musste er sich nun wieder einmal wegen Körperverletzung verantworten – und erhielt eine sechsmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Peiting „Da sind Sie ja wieder“, begrüßte die Vorsitzende Richterin Christiane Serini den Angeklagten. Dieser gab – wie gewohnt – ganz freimütig seine ihm vorgeworfene Tat zu. Im November letzten Jahres soll er vor einer Schongauer Diskothek einem ihm vollkommen Unbekannten einen Kopfstoß versetzt haben. Der 22-Jährige blutete stark, was er aber rückblickend nicht so schlimm fand. „So was passiert halt“, meinte er vor Gericht.

Das Ganze wäre wohl nicht zur Anzeige gekommen, wäre nicht zufällig die Polizei wegen eines anderen Zwischenfalls vor Ort gewesen. Die Beamten nahmen gerade eine Sachbeschädigung an einem Zigarettenautomaten vor der Diskothek auf, als der Geschädigte stark blutend auf die Beamten zutaumelte. „Er hat meine Kollegin angerempelt und das Blut spritzte überall herum“, gab der Polizeibeamte an.

Die Beamten kümmerten sich nun um diesen Fall, da der alkoholisierte Geschädigte seinerseits auf den auch betrunkenen Angeklagten losgehen wollte. Dieser gab schon vor Ort die Tat zu. Für den Kopfstoß hatte der junge Mann für die Beamten eine interessante Begründung, die er vor Gericht auch wiederholte: „Die Richterin hatte mir beim letzten Mal verboten zuzuschlagen. Also habe ich den Kopf genommen“, erklärte er mit ernster Überzeugung.

Der Angeklagte hat elf Einträge im Bundeszentralregister und steht in zweifacher offener Bewährung wegen einschlägiger Delikte. Somit war keine Bewährung mehr möglich. Der Verteidiger plädierte noch auf eine Geldstrafe, aber auch das erschien schon im Vorfeld als aussichtslos bei dem Vorstrafenregister des Angeklagten. Die Richterin sprach den jungen Mann auch auf seine massiven Alkoholprobleme an. In seinen „besten“ Zeiten leerte der 28 Jährige zwei Flaschen Hochprozentiges am Tag. Aber von einem Problem in dieser Hinsicht wollte der Angeklagte nichts wissen. „Ich bin seit vier Wochen trocken“, behauptete er. Freunde würden ihm dabei helfen, keinen Alkohol mehr zu trinken.

Die Richterin blieb mehr als skeptisch. „Wer so viel trinkt, ist Alkoholiker und braucht eine Therapie“, sagte sie. Das Geständnis des Angeklagten wertete sie zu seinen Gunsten. Seine Uneinsichtigkeit in puncto Trinkgewohnheiten legte sie ihm aber zur Last. „Bei Ihren Taten ist immer Alkohol im Spiel“, erklärte sie. So auch bei dem Kopfstoß, der vollkommen grundlos und mit einem Alkoholwert von über zwei Promille begangen wurde. Der Mann muss nun sechs Monate ins Gefängnis.

Von Regina Wahl-Geiger

Quelle: tz