Nach Spende aus Franken

Bayerisches Feuerwehrfahrzeug unterwegs in Beirut

38 Jahre lang fuhr dieses Tanklöschfahrzeug durch Bayern, zuletzt für die Freiwillige Feuerwehr im mittelfränkischen Rohr. Nun ist die Beiruter Feuerwehr damit im Einsatz.

Nach der Explosion in Beirut kämpften sich die Rettungskräfte vor Ort durch die Trümmer. Dabei kam auch ein ausgemustertes Tanklöschfahrzeug zum Einsatz, das zuvor 38 Jahre lang in Bayern war.  

Beirut/Rohr – Die Bilder der Explosion aus Beirut haben die Welt erschüttert. Die Rettungskräfte dort versuchen unter Hochdruck, Verletzte aus den Trümmern im Hafenviertel zu befreien. Videoaufnahmen eines libanesischen TV-Senders belegen, dass dabei auch Spenden aus Bayern helfen. Denn die Kameraden der „Civil Defense 1 of Beirut“ fuhren mit einem ausgemusterten Feuerwehrwagen aus Franken zum Einsatz, wie der vom Münchner Kabarettisten Christian Springer gegründete gemeinnützige Verein „Orienthelfer“ dokumentiert hat.

Das alte Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16/25 war 38 Jahre lang in Bayern im Einsatz, zuletzt elf Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr im mittelfränkischen Rohr. „Wir haben das Fahrzeug vor fünf Jahren der Orienthilfe übergeben“, sagt Feuerwehrkommandant Roland Betsch. Seine Feuerwehr rüstete damals auf – ein Fahrzeug für mehr Personen, das nicht nur für Löscharbeiten, sondern auch für Einsätze bei Verkehrsunfällen geeignet ist, musste her.

Das in die Jahre gekommene Tanklöschfahrzeug war ursprünglich als Spende für den Einsatz in Syrien gedacht, landete am Ende aber im Libanon. Die Rohrer Feuerwehr hielt über die Orienthelfer Kontakt zum alten Fahrzeug und den Kameraden, die es weiter nutzen konnten. „Sie haben sich gefreut über den guten Zustand, weil die Pumpe erst kurz vorher noch einmal grundüberholt wurde“, sagt Betsch. Als er nun die Bilder von der Explosion in Beirut sah, dachte er sofort an die Kameraden dort. „Das sind wahnsinnig traurige Umstände“, sagt er. Ein kleiner Trost ist dabei, dass der alte Wagen dort angekommen ist, wo er wirklich gebraucht wird.

Die Orienthelfer vermitteln immer wieder alte Einsatzfahrzeuge in diese Region, wie Christian Springer betont. „Angefangen hat alles mit fünf Müllfahrzeugen für Aleppo.“ Danach folgten Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge, etwa auch aus Gauting im Kreis Starnberg, organisiert vom Feuerwehrmann Hans Haslberger, der auch die libanesischen Kameraden in ihr neues, altes Fahrzeug eingewiesen hat.

Christian Springer und seine Orienthelfer wollen sich nun vor allem um die Obdachlosen in Beirut kümmern. Sie haben eine Feldküche der Bundeswehr organisiert, in der bis zu 2000 Mahlzeiten ausgegeben werden sollen. „Außerdem haben wir ein ehemaliges Hotel im Blick, in dem wir 100 Familien unterbringen wollen“, sagt Springer. Er will so schnell wie möglich in den Libanon reisen, um zu helfen.

Quelle: Merkur.de