Bayern-Ticket wird teurer!

München - Sie ist die beliebteste Fahrkarte im Freistaat. Jetzt ändert die Deutsche Bahn die Konditionen für das Bayern-Ticket: Es wird um bis zu 30 Prozent teurer.

Seit der Einführung 1997 wurden bis zum Jahresende 2010 mehr als 30 Millionen Fahrkarten verkauft. Zum sogenannten kleine Fahrplanwechsel Ende Mai plant die Deutsche Bahn nun weitreichende Änderungen, berichtet die tz: Künftig muss jeder Teilnehmer extra bezahlen.

Derzeit fahren für 29 Euro bis zu fünf Erwachsene (bzw. zwei Erwachsene und alle eigenen Kinder) einen Tag lang – Montag bis Freitag ab neun Uhr, sonn- und feiertags ohne Sperrzeit. Außerdem gibt es ein Single-Ticket, das 21 Euro kostet. Die Fahrkarte gilt nur in Regional- und Nahverkehrszügen.

Künftig bezahlt der erste Reisende den Preis des Bayern-Ticket-Single (21 Euro), jeder weitere Reisende muss vier Euro zusätzlich berappen. Das heißt: Drei gemeinsam reisende Personen zahlen so viel wie bisher, die vierte und fünfte Person zahlt aber jeweils vier Euro extra. Das Bayern-Ticket für fünf Personen kostet also künftig 37 statt 29 Euro und wird damit fast ein Drittel teurer als bisher. In Baden-Württemberg wurde diese Regelung bereits im Dezember eingeführt. Auch andere Länder haben inzwischen ähnliche Staffelungen. Die Deutsche Bahn will die Details der Neuregelung erst in der kommenden Woche offiziell vorstellen.

Der Hintergrund: Der Erfolg verleitet auch zum Missbrauch: Immer häufiger werden Reisende am Zielbahnhof um benützte Bayerntickets zur kostenlosen Weiternutzung angebettelt.

Bereits vor einigen Jahren wurden die Netzkarten deshalb so geändert, dass die Käufer der Tickets ihren Namen eintragen mussten, um solche umsonst mitreisenden Fahrgäste abzuhalten. Aber auch das half nichts: Immer wieder werden Kunden in den Zügen gefragt, ob sie noch auf deren Bayern-Tickets mitfahren können, oder schon am Bahnhof angesprochen, ob jemand beim Bayern-Ticket gegen Kostenbeitrag mitmachen will. Um das künftig zu verhindern, werden die Bedingungen jetzt neuerlich geändert.

Karl-Heinz Dix

Quelle: Merkur.de