Warum Wunschzettel so wichtig sind

„Das Christkind kauft im Himmel ein“

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Man kann es nicht sehen, man muss daran glauben: Die Experten im Miesbacher Kindergarten erklären, wie das Christkind arbeitet.

Das Christkind ist ein Profi. Kein Wunder, es macht seinen Job schließlich schon eine ganze Weile. Doch manchmal ist eben auch ein Profi etwas unachtsam – und wird bei der Arbeit beobachtet. Vier kleine Experten berichten, was sie über das Christkind herausgefunden haben – und wieso Wunschzettel so wichtig sind. 

Miesbach – In vielen Kindergärten in Bayern wird seit Wochen leidenschaftlich über das Christkind und dessen Arbeit diskutiert – auch im Pfarrkindergarten in Miesbach. Amrei, Valentin, Louisa und Valentina, alle fünf Jahre alt, haben längst durchschaut, wie man vorgehen muss, wenn man am Heiligen Abend keine Enttäuschung erleben will. Und wie man etwas über das Christkind herausfinden kann. Die Expertenrunde verrät einige Tricks:

Habt ihr das Christkind schon mal gesehen?

Valentin: Niemand kann das Christkind sehen. Es ist unsichtbar.
Valentina: Nein, ist es nicht. Ich habs letztes Jahr im Wohnzimmer gesehen.
Amrei: Ich hab es einmal auf dem Weg zur Kirche gesehen. Es konnte fliegen.
Louisa: Bei meiner Oma war neulich ein Engel zu Besuch. Aber ehrlich gesagt glaub ich, da hatte sich nur jemand verkleidet.

Wünsche per Post: Wer am Heiligen Abend keine Enttäuschung erleben will, sollte besser einen Wunschzettel losschicken. Heute ist es noch nicht zu spät.

Woher weiß das Christkind, was sich Kinder wünschen?

Valentin: Es ist ganz wichtig, einen Wunschzettel zu schreiben. Auch wenn sich das Christkind nicht immer genau daran hält.

Louisa: Und wenn der Wunschzettel abgeholt worden ist, liegen Sterne dort.

Amrei: Bei mir liegt da immer Glitzer.

Valentin: Bei mir nicht. Das find ich komisch. Wie soll das gehen?

Louisa: Es gibt eben verschiedene Methoden.

Darf sich jeder wünschen, soviel er will?

Louisa: Ja, das darf man.
Valentin: Aber ich finde das unfair, wenn dann einer alles kriegt, was er sich wünscht und andere nicht.

Louisa klebt in ihre Wunschzettel Bilder aus dem Katalog – sicher ist sicher.

Louisa: Ich hab letztes Jahr alles gekriegt, was ich mir gewünscht habe.

Valentina: Ich male immer noch Bilder dazu, damit das Christkind weiß, was ich meine.
Louisa: Man kann natürlich auch ein Bild aus einem Katalog ausschneiden. So mache ich das immer.

Und wenn man vergisst, einen Wunschzettel zu schreiben?

Louisa: Dann überlegt sich das Christkind was. Dann muss man sich eben überraschen lassen.

Amrei hat das Christkind schon einmal gesehen – es ist geflogen.

Woher hat das Christkind die Geschenke?

Valentin: Es kauft sie in einem Laden. Aber es muss dafür nicht bezahlen.
Louisa: Dann wäre es ja ein Dieb.

Valentin: Nein, das Christkind ist ja heilig.
Valentina: Das Christkind kauft die Geschenke bestimmt in einem ganz normalen Laden.

Amrei: Ich glaub, das Christkind kauft alles im Himmel ein. Sonst würde man es ja im Laden sehen.

Valentina glaubt, dass das Christkind schon älter ist als 100 Jahre.

Wie alt ist das Christkind?

Valentin: 100.

Louisa: 17.

Amrei: 9.

Valentina: Es muss älter sein. Unsere Eltern kannten es ja schließlich auch.

Was macht das Christkind das ganze Jahr über, wenn nicht Weihnachten ist?

Valentin: Dann baut es die Spielsachen zusammen.
Louisa: Oder es backt Plätzchen.
Valentin: Quatsch. Dafür hat es doch gar keine Zeit.

Valentin legt sich dieses Jahr auf die Lauer. Er will das Christkind auch sehen.

Wisst ihr, wieso wir Weihnachten feiern?

Louisa: Ja, da hat Jesus Geburtstag.

Was mögt ihr am Weihnachten am liebsten?

Valentina: Dass das Christkind kommt.
Valentin: Vielleicht versteck ich mich dieses Jahr heimlich, damit ich das Christkind auch mal seh.
Louisa: Das darf man nicht, sonst nimmt es die Geschenke wieder mit.

Quelle: Merkur.de