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Nach Streit um Bayerns Inzidenzzahlen im Dezember: Behörde rechtfertigt sich - und legt Zahlen offen

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Von: Katarina Amtmann

Eine lange Menschenschlange bildet sich vor einer Corona-Teststation
Im Dezember entbrannte ein Streit um Bayerns Corona-Zahlen (Archivbild). © Peter Kneffel/dpa

Wie seriös waren Bayerns Corona-Zahlen? Darum entbrannte im Dezember ein Streit. Nun reagiert das LGL - und legt alle Zahlen offen.

München - Anfang Dezember entbrannte ein Streit um die Seriosität von Bayerns Inzidenzzahlen, mitten in der vierten Corona-Welle. Die zuständige Behörde verteidigt ihr Vorgehen und legt nun im Internet alle Zahlen offen.

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Nach Streit um Corona-Inzidenz in Bayern: LGL veröffentlicht Rohdaten

Mit der Veröffentlichung von Rohdaten will das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) alle Zweifel an der Berechnung der Inzidenz aufgeschlüsselt nach Geimpften und Ungeimpften beseitigen. Am Freitag (7. Januar) schaltete die Behörde, die in Bayern unter anderem für die Erfassung und Auswertung der Corona-Fallzahlen zuständig ist, auf ihrer Internetseite die entsprechenden Tabellen frei.

Anfang Dezember hatte es einen politischen Streit über die Erstellung der Corona-Inzidenzen im Freistaat gegeben. Unter anderem die SPD und die FDP hatten dem LGL - und damit auch der Staatsregierung um Markus Söder - vorgeworfen, mit verzerrten Inzidenzen unter Geimpften eine trügerische Sicherheit vermittelt und die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. Die Verbreitung „fragwürdiger Zahlen“ schade der Impfkampagne, hieß es damals.

LGL und Söder-Regierung rechtfertigen Vorgehen - Tabelle soll Zweifel beseitigen

Das LGL und die Regierung verteidigten die Vorgehensweise und wollen nun ihre Argumentation mit den im Netz veröffentlichten Rohdaten noch nachvollziehbarer machen. Der Blick in die Tabellen liefert zwar nicht sofort neue Erkenntnisse, wer sich aber durch die Zeilen und Spalten navigiert, erkennt, dass die zwischenzeitlich gängige Praxis, Personen mit unbekanntem Impfstatus der Gruppe der Ungeimpften zuzuschlagen, die Berechnung der Inzidenzen nicht gesondert verfälschten. Vielmehr lagen die Werte deutlich näher an den vier Wochen später erfolgten Nachberechnungen.

Die Tabellen offenbaren allerdings auch, dass aufgrund der vielen unbekannten Faktoren nie genaue Berechnungen, sondern auch rückwirkend nur Schätzungen möglich sind. Es zeigt sich außerdem, dass die Schätz-Ungenauigkeiten mit dem generellen Ansteigen der Infektionszahlen vom 22. September an zunahmen und Anfang Dezember eine Dimension erreicht hatten, welche dann dazu führte, diese Art der Ermittlung vorerst einzustellen.

„Die Inzidenz der Ungeimpften und Geimpften war kein Leitindikator zur Beschreibung und Bewertung der Pandemielage in Bayern“

„Auch dann, wenn die so ausgewiesene Zahl als reine ‚Ungeimpften-Inzidenz‘ verstanden wurde, war dies Verfahren dem Weglassen der Unbekannten im gesamten Veröffentlichungszeitraum überlegen“, sagte ein Sprecher des LGL am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dies hätten die regelmäßig vier Wochen später vorgenommenen Überprüfungen mit allen bis dahin vorliegenden Nachmeldungen erwiesen.

Bei der Berechnung von Inzidenzen sorgen etwa zeitlich verzögerte Meldedaten zu neuen Fällen und Angaben für nachträglichen Korrekturbedarf. „Dieser variierte über die Monate mit der unterschiedlichen Belastung der Gesundheitsämter“, sagte der Sprecher. Mit Blick auf den politischen Streit betonte er: „Die Inzidenz der Ungeimpften und Geimpften war kein Leitindikator zur Beschreibung und Bewertung der Pandemielage in Bayern.“ (kam/dpa)