Pandemie-Entwicklung im Freistaat

„Besorgniserregende Variante“: Brasilianische Mutante breitet sich in Bayern aus - Arzt sieht nur einen Ausweg

PCR-Test
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Ein PCR-Test wird für die Analyse auf eine Mutation vorbereitet. Die Variante aus Brasilien breitet sich immer weiter aus.

Auch die brasilianische Corona-Mutante ist im Freistaat inzwischen auf dem Vormarsch. Besonders gefährlich daran: Sie ist deutlich ansteckender und resistenter als andere Mutationen.

München - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie nimmt die Impfkampagne in Bayern zwar langsam Fahrt auf - doch die Infektionszahlen steigen derzeit weiter an. Zum Teil liegt das auch an den hochansteckenden Virusmutationen, die im Umlauf sind. Auch die brasilianische Mutante P1 ist inzwischen im Freistaat angekommen - und breitet sich dort immer schneller aus.

Corona in Bayern: Virusmutation aus Brasilien breitet sich aus - 57 Infektionen bekannt

Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldet, sind in Bayern bereits 57 Infektionen (Stand 30. März) bekannt. In Ingolstadt etwa, haben sich laut dem örtlichen Gesundheitsamt drei Personen (Stand 30. März) mit der brasilianischen Corona-Mutation angesteckt. Über diese Entwicklungen zeigen sich Infektiologen besorgt: Denn die Virusvariante aus Südamerika ist deutlich ansteckender und resistenter als alle bisher grassierenden Mutationen.

„Dabei ist die brasilianische Corona-Mutante eine besorgniserregende Variante“, berichtet auch Oberarzt Dr. Christoph Spinner gegenüber dem BR. Er ist der Pandemie-Beauftragte am Münchner Klinikum rechts der Isar. Das brasilianische Gesundheitssystem steht derzeit kurz vor dem Kollaps. An einem einzigen Tag wurden dort über 3600 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona registriert.

Corona: Mutante aus Brasilien leichter übertragbar - auch bei Herdenimmunität

Für diese tragische Entwicklung ist in erster Linie besagte Virusmutante verantwortlich. Besonders gefährlich daran: Bei ihr hat sich ein Oberflächenprotein verändert. Spinner: „Diese Veränderungen des Oberflächenproteins Spike führen dazu, dass sich die Sars-Corona-Virus 2-Erreger leichter übertragen, dass sie infektiöser sind und dass Antikörper schlechter binden, dass sie also resistenter gegenüber einer Immunantwort sein können.“

Im Klartext bedeutet das: Der menschliche Körper kann sich schlechter gegen die Coronaviren wehren, das gilt auch bei einer „Herdenimmunität“. Sprich, es stecken sich selbst dann noch viele Menschen an, wenn - wie in Brasilien - schon ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist und Personen eine Infektion überstanden haben.

Corona-Mutationen: Infektiologe sieht Ausweg bei Impfungen

Der Lösungsweg aus dieser Misere ist laut Infektiologe Spinner glasklar: weiter impfen. Welcher Impfstoff dabei verabreicht wird, spielt dem Oberarzt zufolge keine Rolle.

Alle wichtigen Infos zur Corona-Pandemie in Bayern gibt es in unserem News-Ticker. Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA .(kof)