Schwelle überschritten

Bayerns Corona-Ampel steht auf Rot: Ab heute gelten strengere Regeln in Bayern - ein Überblick

Die Intensivstationen sind voll mit Corona-Patienten. Deshalb wechselte die Krankenhaus-Ampel am Montag auf Rot. Das zieht strengere Regeln nach sich - ein Überblick.

München - Die Lage ist ernst. Über 600 Intensivbetten in Bayern waren am Montag (8. November) mit Covid-19-Patienten belegt. Die Hälfte davon müssen beatmet werden. Nur noch knapp 450 Betten sind frei und nur noch 155 sind Covid-spezifische Betten mit Beatmungsmöglichkeit. Höchste Zeit also, die Pandemie wieder zurückzudrängen. Deshalb gelten ab dem heutigen Dienstag (9. November) landesweit auch die strengsten Corona-Regeln, die der Freistaat derzeit zu bieten hat. Wir geben Ihnen einen Überblick.

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Corona in Bayern: Diese Maßnahmen gelten bei einer roten Krankenhaus-Ampel

Ob mit den Maßnahmen - die eine rote Krankenhaus-Ampel mit sich bringt - die Corona-Zahlen wieder fallen, wird sich erst noch zeigen müssen. Sicher ist jedenfalls, dass die Pandemie wieder Thema der Kabinettssitzung am heutigen Dienstag (9. November) sein wird. Eine Nachschärfung der Regeln ist durchaus denkbar, doch zunächst gelten folgende Maßnahmen.

  • 3G am Arbeitsplatz und bei zehn oder mehr Beschäftigten regelmäßig Tests bei Kontakt mit anderen Personen
  • 3G plus für Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen
  • 2G ausgeweitet auf Veranstaltungen, Kultur und Sportveranstaltungen

Besonders Angestellte mit Kontakt zu anderen Menschen müssen ab heute also auf Kontrollen eingestellt sein. Geimpfte und Genesene könnten vor Betreten des Büros nach ihren Nachweisen gefragt werden. Wer beides nicht hat, muss sich regelmäßig testen lassen. Dabei reicht aber schon ein normaler Schnelltest. Ausgenommen davon ist der Handel sowie der Öffentliche Personennahverkehr.

Corona in Bayern: Gast-Gewerbe sieht schwarz - IHK lobt die Regel-Verschärfung

Ohnehin gilt seit dem Umschalten auf die gelbe Ampelstufe die FFP2-Maskenpflicht in Bayern wieder. Angestellte im Gast-Gewerbe sowie in körpernahen Dienstleistungen müssen außerdem zweimal wöchentlich einen negativen PCR-Test vorlegen. Besonders dieser Punkt wurde von den Verantwortlichen der Branchen nicht gut aufgenommen. „Die jetzt gültige Regelung wird dem Gastgewerbe den Garaus machen“, sagt DEHOGA-Verbandspräsidentin Angela Inselkammer. Anmerkung der Redaktion: In der Kabinettssitzung am Dienstag, 9. November, wurde beschlossen, dass für Beschäftigte im Gast-Gewerbe sowie in körpernahen Dienstleistungen kein PCR-Test mehr notwendig ist. Es genügt hier ein einfacher Schnelltest.

Die IHK steht hinter den strengeren Maßnahmen. Vor allem die 3G-Regel am Arbeitsplatz wird bei der Industrie- und Handelskammer gut aufgenommen. „Die Rote Ampel sieht angemessene Regeln vor, das Infektionsgeschehen einzudämmen“, sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl am Montag. Viele Unternehmen könnten nun erstmals die Impf-, Genesenen- oder Testnachweise ihrer Mitarbeiter einsehen. „Das war längst überfällig. Auch wenn die strengeren Regeln den Aufwand für die meisten Betriebe erhöhen, ist das allemal besser als ein erneuter Lockdown mit weitreichenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft“, betonte er. Gleichzeitig rief Gößl die Unternehmen auf, „bei ihren noch nicht geimpften Beschäftigten hartnäckig weiter für die Impfung zu werben“. Auch kleinere Bonuszahlungen für Geimpfte seien arbeitsrechtlich möglich. (tel mit dpa)

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