News-Ticker

Corona-Inzidenz in Bayern sinkt leicht - Hospitalisierungsrate steigt jedoch an: Söder lässt sich impfen

Die Inzidenz in Bayern sinkt leicht und nur noch acht Kreise weisen einen Wert über 1000 auf. Die Hospitalisierungsrate steigt jedoch an. Die aktuelle Corona-Lage im News-Ticker.

  • Markus Söder und Klaus Holetschek lassen sich in München gegen Influenza impfen (Update vom 24. November, 10.16 Uhr)
  • Regel-Verschärfungen treten ab Mittwoch in Kraft. Das Kabinett gibt sein Go und auch der Landtag zieht nach (Update vom 23. November, 12.32 und 21.53 Uhr).
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Update vom 24. November, 9.53 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist am Mittwoch leicht gesunken. Sie liegt nun bei 644,3 (Vortag: 644,9). Es sind inzwischen auch nur noch acht Landkreise und Städte, die einen Wert von über 1000 melden. Dazu zählen: LK Freyung-Grafenau (1512,3), LK Rosenheim (1358,3), LK Rottal-Inn (1274,2), Stadt Rosenheim (1168,4), LK Mühldorf am Inn (1160,7), LK Berchtesgadener Land (1080,6), LK Dingolfing-Landau (1079,8) und LK Traunstein (1056,4). Die Landeshauptstadt verfolgt weiter ihren Trend nach unten. München meldet heute einen Wert von 594,8.

Wichtiger als die Inzidenz - zumindest wenn es um die Versorgung der Erkrankten geht - ist die Hospitalisierungsrate. Diese liegt laut LGL (Stand: 23. November) bei 9,6. Damit überschritt sie wichtige Marke von 9. Am Tag zuvor lag sie noch bei 8,7. Sie sagt aus, wie viele Corona-Patienten auf 100.000 Einwohner ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Laut DIVI-Register sind in Bayern nur noch 294 von 3190 Intensivbetten frei. 975 Covid-Patienten müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt werden. 515 davon werden beatmet.

Corona in Bayern: Söder und Holetschek lassen sich impfen

Während im ganzen Land gefühlt nur noch über Corona gesprochen wird. Geht es heute in der Staatskanzlei in München um etwas anderes. Ministerpräsident Markus Söder und sein Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) lassen sich impfen. Dabei geht es aber nicht um eine Booster-Impfung. Die beiden Politiker bekommen eine Immunisierung gegen Influenza, also gegen die Grippe.

Corona in Bayern: Landtag stimmt für Verschärfungen

Update vom 23. November, 21.53 Uhr: Jetzt ist es amtlich: Trotz der heftigen Kritik zeichnete sich bereits im Lauf der Debatte die mehrheitliche Zustimmung des Landtags für die zuvor vom Kabinett beschlossenen Verschärfungen im Corona-Regelwerk ab. Die Zustimmung von CSU und Freien Wählern, und damit die notwendige Mehrheit, stand bereits im Voraus fest. Auch die Grünen stimmten zu. Die Maßnahmen sollen um Mitternacht in Kraft treten und sind wegen der Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes des Bundes bis zum 15. Dezember befristet. 

Update vom 23. November, 12.32 Uhr: Bevor um 14 Uhr Markus Söder vor den Landtag tritt, traf sich am Morgen noch das Kabinett, um die geplante Regel-Verschärfung abzusegnen. Um kurz nach 12 Uhr kam dann die Bestätigung, dass die Ministerrunde für die Regelverschärfungen gestimmt hat. Damit müssen die neuen Maßnahmen nur noch die Hürde Landtag nehmen, damit sie ab Mittwoch landesweit greifen.

Der Regel-Text sieht unter anderem eine Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte und eine 2G-Pflicht für viele Bereiche des öffentlichen Lebens vor. Auf die Menschen in den Hotspots mit einer Inzidenz von über 1000 kommt ein neuer Lockdown zu. Dort müssen Wirte, Hotels und Kulturstätten ihre Türen zusperren. Erst wenn dort die 1000 fünf Tage am Stück unterschritten wird, kann wieder gelockert werden.

Corona in Bayern: Zehn Regionen melden eine Inzidenz von über 1000 - Münchens Zahlen sinken hingegen

Update vom 23. November, 9.19 Uhr: Die Inzidenz in Bayern ist erneut gestiegen. Laut RKI liegt sie am Dienstagmorgen bei 644,9 und damit rund vier Punkte höher als noch am Vortag. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 554,2. Die Inzidenz in Deutschland kratzt mit 399,8 an der 400. Und seit heute gibt es nun zehn Landkreise, die eine Inzidenz von über 1000 aufweisen. Mit einem gewaltigen Satz sprang der Landkreis Passau in den unrühmlichen Kreis der Hotspots. Während dort gestern noch 971,8 Fälle in den letzten sieben Tagen gemeldet wurden, sind es heute 1135,7. Der Spitzenreiter in Deutschland hat auch gewechselt. Der Landkreis Freyung-Grafenau führt die Liste jetzt mit 1614,4 an.

Neue Regeln sollen ab Mittwoch den steilen Anstieg der Fallzahlen bremsen. Zunächst berät heute das Kabinett über die bereits vergangene Woche vorgestellten Maßnahmen. Anschließend stellt sie um 14 Uhr Ministerpräsident Markus Söder in einer Regierungserklärung im Landtag vor. Dieser muss dann über das Maßnahmenpaket abstimmen. Unter anderem steht in dem Regelwerk eine Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte und eine Schließung für Bars, Diskos und Clubs.

Während im restlichen Freistaat die Inzidenzen nur noch eine Richtung kennen - nach oben - scheinen die Uhren in der Landeshauptstadt anders zu gehen. Am Sonntag lag der Inzidenzwert in München noch bei 727,2. Dann ging es Tag für Tag runter. Am Montag gab das RKI einen Wert von 705,3 an. Und am heutigen Dienstag liegt er noch 681,9. Es bleibt abzuwarten, ob der Trend auch die nächsten Tage anhält.

Corona in Bayern: Münchner Intensivmediziner warnen vor einer „Spirale der Eskalation“

Update vom 22. November, 20.16 Uhr: Die Lage in Münchens Kliniken verschärft sich. Angesichts der steigenden Zahlen an Corona-Patienten, die behandelt werden müssen, warnen Münchens Intensivmediziner bereits vor einer „Spirale der Eskalation“. Derzeit würden bereits viele aufschiebbare OPs abgesagt. Nun droht eine Überlastung des Gesundheitssystems.

Update vom 22. November, 18.05 Uhr: Nach einer Besprechung aller Gesundheitsminister hat sich Klaus Holetschek (CSU) bei einer anschließenden Pressekonferenz zur weiteren Impfkampagne in Deutschland geäußert. Bei der Besprechung sei es im Wesentlichen um den Aufschwung der Kampagne sowie um die mögliche Reglementierung des Biontech-Impfstoffs gegangen. Dies hatte in den vergangenen Tagen für Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Holetschek nannte die Art und Weise der Kommunikation durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn „unglücklich“ und lobte auch erneut den Impfstoff von Moderna, mit dem er selbst seine Booster-Impfung erhalten habe, wie Holetschek sagte.

Besprechung der Gesundheitsminister: Auch Holetschek spricht sich für Impfpflicht aus - „Ball nun in Berlin“

In Bezug auf die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht, wie sie heute auch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) befürwortet worden war, sprach Holetschek ebenfalls von einem guten Signal. Eine allgemeine Impfpflicht könne „helfen, aus der Endlosschleife der Pandemie“ herauszukommen. Zudem halte er es auch für richtig, von einer allgemeinen und nicht einer berufsbezogenen Impfpflicht zu sprechen.

„Es ist jetzt die Frage, wie wir alle Menschen dazu bewegen können, sich impfen zu lassen“, so Holetschek. Es solle zudem nicht der Eindruck entstehen, dass bestimmte Berufsgruppen, wie etwa Pflegekräfte, Schuld hätten an den aktuell hohen Inzidenzen. Er halte das Signal einiger Ministerpräsidenten für richtig, doch der Ball liege nun im Berliner Spielfeld. Dort sollte die Diskussion nun geführt werden, so Holetschek, dann werde man sehen, wie sich die einzelnen Länder dazu positionieren. Holetschek selbst hoffe auf ein zeitnahes Signal aus Berlin zu diesem wichtigen Thema.

Update vom 22. November, 15.58 Uhr: Noch sei es nicht soweit, dennoch treffen die Kliniken Südostbayern Vorkehrungen für einen möglichen Triage-Fall. Vorstandsvorsitzender Uwe Gretscher sagte dem BR, zusammen mit der Ethikkommission bereite man sich sicherheitshalber intern darauf vor. Trotz des aus der Sicht des Krankenhauspersonals richtigen Gegensteuerns, blicke man sorgenvoll auf die kommenden Wochen. Denn die wohl am morgigen Dienstag im Landtag verabschiedeten Maßnahmen würden erst in ein paar Wochen in den Kliniken Wirkung zeigen, so Gretscher.

Die Lage in den Kliniken sei prekär, so der Vorstandsvorsitzende des Klinikverbunds der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land weiter. „Wir brauchen nun den Wellenbrecher.“ 95 Prozent der Intensivbetten seien ausgelastet. Schon jetzt werden zahlreiche Patienten in andere Krankenhäuser verlegt. Doch selbst das gestalte sich immer schwieriger.

Corona in Bayern: Triage an bayerischen Kliniken bald möglich

In den betroffenen Regionen im Südosten des Freistaats seien nur noch eine Notfall-Versorgung möglich, so Gretscher gegenüber dem BR weiter. Alle nicht dringlichen Operationen würden verschoben - so auch Tumor-Operationen. „Sehr bitter“ für alle betroffenen Patienten.

Bereits vergangene Woche wies der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, daraufhin, dass sich Krankenhäuser auf Triage-Entscheidungen vorbereiten müssen. Bald würden nicht mehr alle intensivpflichtigen Patienten auf den dafür vorgesehenen Intensivstationen behandelt werden können. Unter Triage versteht man die Priorisierung der Patienten unter anderem aufgrund ihrer Heilungschancen oder der zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Erstmeldung vom 22. November, 14.52 Uhr: München - Die Corona-Lage in Bayern ist weiterhin extrem angespannt. Am Montag, 22. November, lagen noch neun Landkreise über dem Inzidenzwert 1000. In anderen Regionen steht der Übertritt in die Vierstelligkeit kurz bevor. Deshalb befasste sich der CSU-Vorstand ebenfalls am Montag vorrangig mit dem Corona-Geschehen im Freistaat. Dabei fand man einen breiten Konsens für eine allgemeine Impfpflicht als ultima ratio im Kampf gegen das Virus. Für den Vize-Landeschef Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist die Sache noch nicht so klar.

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Corona in Bayern: CSU-Basis und -Führung mehrheitlich für eine allgemeine Impfpflicht

Sowohl die Basis als auch die Führung der Christ-Sozialen stehe hinter einer allgemeinen Impfpflicht, sagte Markus Söder (CSU) auf einer Pressekonferenz am Montag nach der Sitzung der Parteiführung. Es habe niemand gegeben, der eine Impfpflicht abgelehnt hätte, so der Ministerpräsident weiter. Auf Dauer werde nur eine allgemeine Impfpflicht helfen, sagte Söder. Und auf Dauer sei auch dies der Weg, um gesellschaftlichen Frieden zu schaffen. Eine partielle Impfpflicht schaffe Ungerechtigkeit. „Ich glaube, wir sollten jetzt die Debatte führen“, verlangte Söder. Die Impfpflicht müsse dann rechtzeitig vor der nächsten Welle kommen.

Neue Töne des CSU-Chefs. Denn noch bis vergangenen Freitag propagierte er immer wieder die Impfpflicht für bestimmte Berufszweige wie Pflegekräfte und Ärzte. Dann der Sinneswandel oder die Erkenntnis, dass kein Weg mehr an einer allgemeinen Impfpflicht vorbeiführen könne? Vielleicht hat er auch in die Basis seiner Partei reingehört. Wie der ebenfalls auf der PK anwesende CSU-Generalsekretär Markus Blume berichtete, waren bei einer Umfrage unter rund 10.000 Mitgliedern am Wochenende, etwa 80 Prozent für die Einführung einer solchen allgemeinen Impfpflicht.

Corona in Bayern: Für Aiwanger sind bei einer allgemeinen Impfpflicht noch zu viele Fragen offen

Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger hat hingegen noch viele Fragen in puncto allgemeine Impfpflicht. Während Parteifreunde wie der parlamentarische Geschäftsführer Fabian Mehring eine solche Impfpflicht für womöglich unvermeidbar hält, gibt sich der Wirtschaftsminister zurückhaltender. Er sagte am Montag der dpa: „Wir müssen jetzt mal im möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens genau klären, was man überhaupt unter ‚Impfpflicht‘ versteht.“

„Mit Polizei abholen und zwangsweise impfen? Wohl nicht. Geldstrafe? Wie hoch, wie oft, für wen? Auch Minderjährige? Oder erst ab einem Alter, wo man statistisch gesehen mit Corona gehäuft auf Intensiv landet?“, fragte Aiwanger. Oder regelmäßiges Boostern per Impfpflicht, wie oft und bei welchem Impfstoff? Zudem müsse man klären, was verfassungsrechtlich überhaupt möglich sei, betonte er.

CSU-Chef Markus Söder (l.) kann sich eine allgemeine Impfpflicht vorstellen. Für den Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger gibt es da noch zu viele ungeklärte Fragen.

Auch eine berufsbezogene Impfpflicht schließe er nicht aus. Wichtiger sei es jetzt aber, „das kaputtgesparte Gesundheitssystem wieder belastbarer aufzustellen“. Die Pflege müsse attraktiver werden. Es brauche mindestens 30 Prozent mehr Betten als derzeit, so Aiwanger. Zudem müssten akut die Impf- und Testkapazitäten wieder hochgefahren werden, verlangte er. „Viele wollen sich derzeit impfen lassen und bekommen keinen Termin oder nicht den gewünschten Impfstoff.“

Corona in Bayern: Neun Landkreise über 1000 bei der Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Montag laut Robert-Koch-Institut in Bayern bei 640,0. Es gab 8426 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. 27 Menschen starben an oder mit dem Virus. Spitzenreiter bei der Inzidenz ist der Landkreis Freyung-Grafenau mit 1569,8. Dahinter kommt Rottal-Inn mit 1426,9 und Landkreis Landshut mit 1157,6. Laut DIVI wurden am Montag 971 Menschen auf einer Intensivstation wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Das sind 20,9 Prozent mehr Patienten mehr als noch vor einer Woche. (tel)

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