Diverse Lockerungen kommen

FFP2-Pflicht und Kontaktbeschränkungen fallen - das bedeutet Söders Kurswechsel für Bayern

Markus Söder ändert die Pandemie-Strategie: Ganz neue Corona-Regeln in Bayern gelten seit Donnerstag (2. September). Wir haben eine Zusammenfassung für Sie.

München - Das bayerische Kabinett hat am Dienstag neue Beschlüsse gefasst, die künftig im Kampf gegen das Coronavirus gelten sollen. Auf einer anschließenden Pressekonferenz präsentierte Ministerpräsident Markus Söder die Maßnahmen. Wir haben eine Zusammenfassung über die neuen Regelungen, die ab 2. September bis vorerst 1. Oktober gelten sollen:

Neue Corona-Regeln für Bayern: Zusammenfassung der Maßnahmen

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz wird als bislang geltendes Kriterium abgeschafft. Alle inzidenzabhängigen Maßnahmen entfallen deshalb. Nur bei der 3G-Regel bleibt die Inzidenz ab 35 bestehen.
  • Stattdessen kommt jetzt eine Krankenhausampel als Indikator ins Spiel. Sie soll die Belastung des Gesundheitssystems zeigen. Dafür gibt es zwei kritische Marken: Stufe Gelb und Stufe Rot. Für die Stufe Gelb müssen in ganz Bayern innerhalb einer Woche mehr 1200 Corona-Patienten in den Kliniken aufgenommen worden sein. Dann gibt es beispielsweise wieder eine FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen, einen negativen PCR-Test als Nachweis sowie eine maximale Teilnehmerzahl bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen. Stufe Rot ist erreicht, wenn mehr als 600 Corona-Patienten bayernweit auf den Intensivstationen aufgenommen worden sind. Daraus folgend wird die Staatsregierung weitere Maßnahmen festlegen, damit eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden kann.
  • Die 3G-Regel verändert sich nicht. Zu bestimmten Innen-Bereichen haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete Zugang. Beispielsweise in Sportstätten, Gastronomie, Krankenhäuser etc.
  • In Alten-und Pflegeheimen sowie auf Messen und bei Veranstaltungen über 1.000 Menschen ist die 3G-Regel inzidenzunabhängig sowohl drinnen als auch draußen gültig.
  • 3G gibt es in Privaträumen, im ÖPNV, Handel sowie bei Veranstaltungen unter freiem Himmel bis 1.000 Personen nicht.
  • Die FFP2-Maskenpflicht gibt es nicht mehr. Stattdessen reicht es aus, eine medizinische Maske (OP-Maske) zu tragen.
  • In bestimmten Bereichen besteht nach den neuen Beschlüssen keine Maskenpflicht mehr. Unter freiem Himmel muss keine Maske mehr aufgesetzt werden. Ausnahme sind nur die Eingangs- und Begegnungsbereiche größerer Veranstaltungen ab 1.000 Personen. In geschlossenen Räumen gilt nach wie vor eine generelle Maskenpflicht. Eine Ausnahme bilden Privaträume, der Sitzplatz in einem Restaurant und jeder feste Steh- oder Sitzplatz. Voraussetzung ist hierfür, dass ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Am Arbeitsplatz sind nach wie vor die arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen das Maß der Dinge. Ohne Ausnahme besteht die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr und im Fernverkehr. In Schule und Kita kommen Sonderregelungen zum Einsatz.
  • Es gibt keine allgemeinen Kontaktbeschränkungen mehr.
  • Für private sowie öffentliche Veranstaltungen hat das Kabinett eine Auflösung der Personenobergrenzen beschlossen. Dabei gilt es jedoch beispielsweise bei Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Kongressen Folgendes zu beachten: Die Kapazität bis zu 100 Prozent kann nur bei bis zu 5.000 Menschen komplett ausgeschöpft werden. Ab 5.000 Personen ist es zulässig 50 Prozent der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts zu nutzen. Maximal sind jedoch 25.000 Menschen zugelassen. Kann der Mindestabstand innen nicht eingehalten werden, müssen alle Teilnehmer Maske tragen. Ein Veranstalter muss bei einer Personenanzahl ab 1.000 Menschen ein Infektionsschutzkonzept erstellen und ohne Aufforderung der Kreisverwaltungsbehörde vorlegen.
  • Bei Gottesdiensten und Versammlungen drinnen gibt es keine Personenobergrenze mehr. Voraussetzung ist die 3G-Regel. Sollte die nicht erfüllt werden, bleibt es bei der bisherigen Regelung.
  • Es gibt keine Sperrstunde mehr in der Gastronomie.
  • Bei Beherbergungen in Hotels oder Pensionen etc. können die Zimmer nun wieder ohne die bisherigen Kontaktbeschränkungen vergeben werden. Ein negativer Test muss bei der Ankunft und danach alle 72 Stunden vorgelegt werden.
  • Im Handel, bei Dienstleistungen und Freizeiteinrichtungen sowie auf Messen gibt es keine flächenabhängige Personenbegrenzung mehr. Auf den Messen gibt es stattdessen eine tägliche Besuchergrenze von 50.000 Menschen.
  • Volksfeste gibt es weiterhin nicht. Ersatzveranstaltungen mit Ausnahmegenehmigung unterliegen inzidenzunabhängig der 3G-Regel.
  • Clubs und Diskos sollen erst ab Anfang Oktober wieder aufmachen dürfen. Das Kabinett möchte eine Karenzzeit, in dem geschaut werden kann, ob Reiserückkehrer ein Auswirken auf das Infektionsgeschehen haben.

Neue Corona-Regeln ab 2. September: Staatsministerium nimmt Rechtsänderungen vor

Das Staatsministerium nimmt nun die Rechtsänderungen vor, sodass die neuen Regelungen ab kommenden Donnerstag, 2. September, bereits in Kraft treten können. (ly)

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