„Katastrophe“ in Kliniken

Dramatische Lage in München und anderswo in Bayern - Söder verkündet nächste Regel-Änderung

Die Inzidenz in Bayern steigt und steigt. Immer dramatischer entwickelt sich die Lage in München. Alle Infos im News-Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in Bayern steigen weiter rasant. In München ist die Lage besonders dramatisch. (Update vom 14. November, 9 Uhr)
  • Söder kündigt Maskenpflicht auch bei 2G-Regelung an. (Update vom 14. November, 15.16 Uhr)
  • Bayern weist eine neue Rekord-Inzidenz vor. Söder gibt eine Pressekonferenz um 13 Uhr. (Update vom 15. November, 12.02 Uhr)
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+++ Dieser News-Ticker ist beendet. Alle aktuellen Infos zur Corona-Lage in Bayern finden Sie hier. +++

Update vom 15. November, 15.19 Uhr: Die Corona-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen sind eine Woche nach den Herbstferien sprunghaft angestiegen. In der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen hat die Inzidenz die Marke von 1000 überschritten und liegt nun bei 1073, wie aus Zahlen des LGL vom Montag für die Kalenderwoche 45 hervorgeht. Bei den 12- bis 15-Jährigen beträgt sie 979. Beides sind in etwa Verdoppelungen im Vergleich zu den Werten der Vorwoche, berichtet die dpa.

Bayern-Inzidenz auf neuem Höchstwert - Verdi kündigt Streiks an Unikliniken an

Update vom 15. November, 14.25 Uhr: Bayern befindet sich mitten in der vierten Corona-Welle. Nun hat die Gewerkschaft Verdi angekündigt, Warnstreiks an Universitätskliniken* auszuweiten. Betroffen sind auch einige bayerische Häuser.

Update vom 15. November, 12.02 Uhr: Die bayerische Inzidenz hat am heutigen Montag einen neuen Rekordwert erreicht. Sie liegt lauf RKI momentan bei 525,7. Bundesweit lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen bei 303 - ebenfalls ein Höchstwert seit Pandemie-Beginn. Im Rahmen einer Pressekonferenz um 13 Uhr gibt Ministerpräsident Söder heute ein Update zur Corona-Lage. Zudem stellt er mit seinen Ministern die Haushaltspläne für 2022 vor.

Corona-Lage in Bayern: Söder über Regeln auf Weihnachtsmärkten

Update vom 14. November, 17.28 Uhr: Markus Söder hat sich am heutigen Sonntag mit einem Pressestatement zu Wort gemeldet und eine weitere Regelverschärfung angekündigt (siehe Update von 15.16 Uhr). Mit Blick auf die Weihnachtsmärkte betonte er, dass das Land keine Veranstaltungen absagen könne, es aber eine einheitliche Regelung in Deutschland brauche. „Die Kommunen im Moment sind da völlig alleingelassen.“ Das Minimum sei aus bayerischer Sicht eine Maskenpflicht auf den Märkten und räumlich getrennte „Gastro-Inseln“, wo die 2G-Regel gelten müsse, „damit dann der Zugang insbesondere zu den großen Glühwein-Bereichen sauber strukturiert werden kann“. Zahlreiche Städte haben ihre Märkte bereits komplett abgesagt.

Söder fordert Schulterschluss von Bund und Ländern - „Wegducken allein reicht nicht“

Update vom 14. November, 15.48 Uhr: In einem eindringlichen Appell hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zusätzlich zu bayerischen Regeländerungen (siehe voriges Update) einen Schulterschluss von Bund und Ländern gefordert. Das Ausrufen des Endes der epidemischen Lage sei „in jeder Beziehung der falsche Weg“. Söder kritisierte das neue Ampel-Infektionsschutzgesetz scharf und fordert eine deutliche Nachschärfung. „Die Lage droht im gesamten Land zu entgleiten. Wegducken allein reicht nicht. Wir müssen jetzt alle - Bund, Länder - zusammen entschlossen handeln“, so der Ministerpräsident.

„Wir brauchen die Möglichkeit von Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte“, sagte Söder zudem am Sonntag. Es brauche dies als Zusatzinstrument - sonst werde man der steigenden Corona-Infektionszahlen nicht Herr. Außerdem will sich Söder dafür einsetzen, eine Personen-Obergrenzen für Veranstaltungen, insbesondere beim Fußball, einzuführen. „Wir brauchen Obergrenzen, das muss man einheitlich machen.“ Sollte der Bund nicht aktiv werden, werde Bayern dies sonst selbstständig machen.

Corona-Lage in Bayern weiterhin angespannt: Söder kündigt neue Regelverschärfung an

Update vom 14. November, 15.16 Uhr: In Bayern soll künftig auch überall dort eine Maskenpflicht gelten, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag vor einer Klausur seines Kabinetts in München an. Die 2G-Regel erlaubt damit künftig nicht mehr, dort auf Masken komplett zu verzichten.

Update vom 14. November, 9 Uhr: Der aktuelle Corona-Trend im Freistaat hält weiter an. Binnen der letzten 24 Stunden ist die Inzidenz erneut nach oben geschnellt. Laut Angaben des RKI liegt der Wert am Sonntagmorgen bei 496,4. Zum Vergleich: Am Vortag lag er noch bei 478,7.

Corona in München: Klinik schlägt Alarm - „Wir laufen voll“

Immer dramatischer entwickelt sich die Corona-Lage derweil in München. Seit Freitag hat sich die Inzidenz in der Landeshauptstadt mehr als verdoppelt. Am Sonntag liegt der Wert bei 248,4, am Freitag lag er noch bei gerade einmal 124.

Krankenhäuser schlagen Alarm. Die Intensivstation in der München Klinik Schwabing steht jetzt schon kurz vor dem Kollaps. Das berichtet Intensivmediziner Niklas Schneider gegenüber Spiegel.de. „Wir laufen voll. Jetzt sind wir an der maximalen Belegungszahl, die wir im Augenblick noch leisten können“, so Schneider.

Corona in München: Klinken droht Kollaps - „Eine Katastrophe“

Insgesamt gibt es auf der Intensivstation Platz für 30 Patienten. Wie der Münchner Arzt berichtet, werden derzeit nur Ungeimpfte intensiv betreut. Ein weiteres Problem: „Wir müssen bedenken, dass wir im Gegensatz zur ersten Welle deutlich weniger Pflegekräfte haben“, stellt Schneider klar. „Das ist eine Katastrophe.“

Innerhalb der letzten Tage schossen die Neuinfektionen in ganz Deutschland nach oben. „Das sind die Patienten, die erst in den nächsten Wochen zu uns kommen werden.“ Der Arzt ist verzweifelt. „Wir sehen wirklich schwarz in die Zukunft. Und haben große Bedenken, wie wir diese Patienten versorgen können.“

Update vom 13. November, 14.56 Uhr: Unbelehrbar scheinen Feierwütige im bayrischen Landkreis Berchtesgadener Land zu sein. Im Bereich um den Abtsdorfer See löste die Polizei eine nicht genehmigte Party mit etwa 150 Gästen auf. Der Veranstalter vor Ort gab sich sofort zu erkennen und gestand, die Dimension unterschätzt zu haben, nachdem die Veranstaltung in den sozialen Medien gepostet wurde. Die Party wurde friedlich aufgelöst - dem Veranstalter droht dennoch eine Anzeige.

Schon vergangene Woche habe es dort laut Angaben der Polizei eine ähnliche Partei gegeben. Feiern in dieser Größenordnung sind genehmigungspflichtig und müssen entsprechende Hygieneschutzkonzepte aufweisen.

Update vom 13. November, 12.13 Uhr: Die kritische Lage in Bayerns Krankenhäusern wird besonders an der Auslastung der Intensivbetten deutlich. In über der Hälfte der großen Städte im Freistaat waren weniger als zehn Prozent der Betten frei. In 22 Städten ist laut Intensivregister sogar kein einziges Bett mehr frei.

Besonders der Blick in die Landeshauptstadt München sorgt für Beunruhigung: Hier sind nur noch 16 der 452 Intensivbetten nicht belegt. Mit einer baldigen Entspannung der Situation kann angesichts der rasant ansteigenden Infektionszahlen nicht gerechnet werden.

Corona-Inzidenz über 1000: Zahlreiche Hotspots in Bayern - „Massive Überlastungssituation“ in Kliniken

Erstmeldung vom 13. November, 11.17 Uhr: München - Ein Blick auf die täglich aktualisierte Deutschlandkarte des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt: In Bayern ist die Corona-Lage noch angespannter als im Großteil der anderen Bundesländer. Das RKI meldet für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 478,7 (Vortag: 454,9). Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter 12.430 neue Fälle von Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Nur Sachsen (620,7) und Thüringen (514,4) weisen einen noch höheren Inzidenzwert auf als Bayern. Deutschlandweit gibt das RKI die Inzidenz mit 277,4 an.

Besonders betroffen sind in Bayern weiterhin der Landkreis Rottal-Inn (1122,3), der Landkreis Miesbach (1117,0) und der Landkreis Mühlendorf am Inn (1043,9).

Corona: Katastrophenfall für Bayern - Überlastete Krankenhäuser

Bereits am Donnerstag hatte Ministerpräsident Markus Söder angesichts der rasanten Entwicklungen den Katastrophenfall für den Freistaat ausgerufen. Auch in den Krankenhäusern ist die Lage mehr als angespannt. Der Nürnberger Intensivmediziner Stefan John beschreibt die Situation so: „Wir sind tatsächlich in einer massiven Überlastungssituation, sodass viele Patienten verlegt werden müssen, dass viele vielleicht nicht ganz so schnell behandelt werden können, wie es normalerweise der Fall ist.“

Corona in Bayern: Schausteller bangen um Zukunft

Nicht nur in den Krankenhäusern nehmen Sorgen und Ängste wieder zu. Auch Bayerns Schausteller bangen um ihre Zukunft. Eigentlich würden in wenigen Tagen vielerorts die Weihnachtsmärkte starten - die aktuellen Zahlen machen dem ganzen allerdings einen Strich durch die Rechnung. In einzelnen Orten gibt es bereits erste Absagen. Größere Städte, wie München und Nürnberg, halten an den Planungen noch fest und setzen auf die 2G-Regelung und eine FFP2-Maskenpflicht.

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe