Die Mutter freute sich auf ein weiteres Kind

Zeitlarn - Es ist Dienstag, der 27. Mai 2008. Ein kleiner Bub steht hilflos und verstört am Straßenrand der B 15 in Zeitlarn (Kreis Regensburg), seine Kleidung ist blutverschmiert.

Eine Frau liest das Häufchen Elend auf, der Bub führt sie zu seiner Wohnung. Später machen Polizisten dort die grausame Entdeckung: Stephan P. (41) der Vater des Dreijährigen, hat ein Blutbad angerichtet: Erst erschoss er die Mutter Anja P. (38), dann richtete er die Waffe gegen sich selbst. Jetzt kam im Familiendrama ein weiteres schreckliches Detail ans Licht: Die ermordete Anja P. war schwanger – von ihrem neuen Freund!

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Dies berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Sie hat mit Jürgen Unfried (36), dem neuen Lebensgefährten der getöteten Anja P., gesprochen. „Es war ein Wunschkind! Am Montag hat sie den Schwangerschaftstest gemacht. Das Ergebnis war positiv! Wir haben uns riesig gefreut“, sagt der Dachdecker. „Wir wollten bald heiraten.“

Bereits seit zwei Jahren lebte die 36-jährige MutterAnja P. von ihrem schon mehrfach wegen Drogendelikten vorbestraften Mann Stephan getrennt. Er war erst wenige Tage vor der Tat aus der Haft entlassen worden. Zusammen mit ihm hatte Anja P. drei Kinder: Mario (3), Julia (10) und Jenny (13). Als die drei vom Tod ihrer Eltern hörten, fragten sie Unfried: „Dürfen wir jetzt Papa zu dir sagen?“

Am Sonntag vor der furchtbaren Bluttat hatten sich Anja P., Stephan P. und Jürgen Unfried zu einer Aussprache getroffen. Da wurde reiner Tisch gemacht: Jürgen und Anja erzählten Stephan von ihrer großen Liebe und ihrer gemeinsamen Zukunft. Vermutlich der Auslöser für die Bluttat. Ob Stephan P. auch von der Schwangerschaft wusste, ist unklar.

„Stephan hat seine Frau wie Müll behandelt“, erzählt Unfried. Für ihn dagegen war Anja die große Liebe. Zusammen gingen sie gerne radlfahren und wandern. „Am 11. Mai, also am Muttertag, waren Anja, die drei Kinder und ich auf dem Lusen.“ Dann geht er zu einem Regal und nimmt einen Stein heraus – ein Souvenir von der schönen Wanderung im Bayerischen Wald. Der Stein ist mit dem Datum der Wanderung und einem kleinen schwarzen Herzchen bemalt. Die letzte Erinnerung an Anja.

Was wird nun aus den Kindern und Jürgen Unfried? „Wir wollen alle zusammenbleiben, alle in einem Haus“, erzählt der 36-Jährige. Jetzt sucht er nach einem Haus in dem sie alle zusammen leben können. Dort werden sie versuchen, das schreckliche Ereignis zu verarbeiten. Ob ihnen das jemals gelingen wird? Es ist ihnen zu gönnen…

Quelle: tz

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