Ehepaar damals gefesselt zurückgelassen

Durch Rottacher Brutalo-Raub: Kripo klärt 11 Jahre alten Mordfall

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Einer ein Mörder? Einen dieser vier Angeklagten im Rottacher Prozess wird von von der Hagener Kripo auch mit einem Mordfall in Verbindung gebracht.

Dieser Fall erschütterte das Tal und könnte nun den entscheidenden Hinweis für einen Mordfall geliefert haben: Einer der Kidnapper des Rottacher Ehepaars ist vielleicht auch ein Mörder.

Rottach-Egern/Hagen - Knapp elf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Geschäftsmanns im nordrhein-westfälischen Hagen steht der Fall offenbar vor der Aufklärung: DNA-Spuren vom damaligen Tatort brachten die Ermittler auf die Spur der beiden mutmaßlichen Täter, wie die Ermittler am Dienstag mitteilten. Ein Tatverdächtiger sitzt demnach wegen eines anderen Delikts bereits in Haft, der zweite wurde nun von Spezialeinsatzkräften am Flughafen Dortmund festgenommen.

Der 55-jährige Geschäftsmann war am 9. November 2006 bei einem Raubüberfall durch zwei Schüsse getötet worden, seine 52-jährige Lebensgefährtin wurde schwer verletzt. Die Täter konnten damals mit Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren hunderttausend Euro unerkannt fliehen.

Der mutmaßliche Durchbruch in dem Fall gelang den Hagener Ermittlern nach der Festnahme von zwei Verdächtigen wegen eines versuchten Raubmords 2014 in Rottach-Egern. Beide wurden wegen der Tat zu hohen Haftstrafen verurteilt. Durch verbesserte DNA-Analysen konnte nun einer der Verurteilten, ein mittlerweile 50-Jähriger aus Lünen, auch mit dem Tatort in Hagen in Verbindung gebracht werden.

Das Haus der Rottacher Opfer in der Dr-Scheid-Straße. Hier wurde das Ehepaar gefesselt zurückgelassen.

Ein zweiter DNA-Treffer führte zu einem inzwischen 45-jährigen Bosnier, der sich in seine Heimat abgesetzt hatte. Er wurde am vergangenen Donnerstag bei der Einreise nach Deutschland von SEK-Beamten am Dortmunder Flughafen festgenommen.

Nach dem Verbrechen an dem Geschäftsmann und seiner Lebensgefährtin arbeitete die Mordkommission insgesamt 262 Spurenakten mit mehr als 1700 Einzelspuren ab. Im Lauf der Jahre wurden zahlreiche Zeugen befragt und kriminaltechnische Untersuchungen vorgenommen.

Zwei bei dem Raub erbeutete hochwertige Uhren tauchten zwar 2009 und 2011 in den Niederlanden auf, doch auch diese Spur führte nicht zum Erfolg. Erst der Fall in Rottach-Egern lieferte den Fahndern die wohl entscheidenden Hinweise.

Afp

Quelle: tz