Tolles Beispiel, wie Integration funktioniert

Er kam als Flüchtling: Emmason heiratet Tegernseerin

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Wenn Herkunft keine Rolle mehr spielt: die Brautleute Emmason Amaraihi und Pauline Steixner nach der Trauung im Tegernseer Rathaus. Die Männer des Liederkranzes gratulierten dem Paar mit einem Ständchen.

Mit seinem nigerianischen Sänger Emmason Amaraihi hat der Liederkranz Tegernsee 2015 für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile hat der 34-jährige Flüchtling in seiner neuen Heimat das große Glück gefunden:

Tegernsee - Er gab im Tegernseer Rathaus seiner Freundin Pauline Steixner (20) das Ja-Wort. Besonders rührend: Die Sanges-Kollegen vom Liederkranz überraschten das Paar nach der Trauung mit einem Ständchen.

Inmitten der großen Flüchtlingswelle war es ein Beispiel dafür, wie Integration funktionieren kann. Der Liederkranz Tegernsee, ein Männergesangverein mit großem Traditionsbewusstsein, hatte den Nigerianer Emmason Amaraihi im Herbst 2015 als neuen Bass in seiner Mitte aufgenommen. Damals lebte der junge Flüchtling noch in der Dreifachturnhalle in Tegernsee, die vorübergehend als Asyl-Unterkunft diente. Weil er schon in Nigeria gern im katholischen Kirchenchor gesungen hat, näherte sich der junge Afrikaner dem Liederkranz an. Das anfängliche Erstaunen der Mitglieder wich bald der Erkenntnis: Dieser Mann ist für den Chor eine Bereicherung (wir berichteten). Viele Medien erzählten daraufhin die Geschichte des Tegernseer Liederkranzes und seines schwarzen Sängers.

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Als Emmason Amaraihi gestern Mittag nun mit seiner frisch angetrauten Ehefrau, der Rottacherin Pauline Steixner, nichts ahnend das Standesamt in Tegernsee verließ, setzten die Sänger in ihren blaue Joppen zum Gratulations-Ständchen an. Mit kraftvollen Stimmen sangen sie vom „scheena Doi“ – ein Lied, das der Bräutigam besonders lieb gewonnen hat. Und das er mittlerweile gut beherrscht, wie Konrad Hüller, Zweiter Vorsitzender des Liederkranzes, erzählt. „Das kann er auf Bairisch super singen.“ Brautpaar und Gäste waren von dem Auftritt im Rathaus sichtlich überwältigt. Tränen der Rührung standen den Brautleuten in den Augen, als die Männer vom Liederkranz das Volkslied „Fein sein, beinander bleib’n“ anstimmten und damit dem Paar eine gesangliche Botschaft mit auf den gemeinsamen Lebensweg gaben.

Emmason Amaraihi hat in seiner neuen Heimat mittlerweile gut Fuß gefasst. Der 34-Jährige, der in Nigeria als Elektroingenieur gearbeitet hat, absolviert derzeit eine Ausbildung als Elektromechaniker und Solarbauer. Auch zu seinem Liebesglück hat er übrigens über den Gesang gefunden: „Wir kennen uns aus dem Gospelchor“, verrät Pauline Steixner.

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Quelle: tz