Fasching trotz Lockdown

„Fastnacht in Franken“ mit Corona-Auflagen: Künstler nehmen Trump, Corona und Greta auf die Schippe

Michl Müller, Kabarettist, steht bei der Aufzeichnung der TV-Sendung „Fastnacht in Franken 2021“ auf der Bühne.
+
Michl Müller, Kabarettist, steht bei der Aufzeichnung der TV-Sendung „Fastnacht in Franken 2021“ auf der Bühne.

Wegen der Pandemie fand „Fastnacht in Franken“ nicht live statt, sondern wurde ohne Zuschauer aufgezeichnet. Themen für politische Büttenreden gab es nach 2020 jedoch zuhauf.

Veitshöchheim - Aufgrund der Corona-Pandemie wurde „Fastnacht in Franken“ in diesem Jahr erstmals seit 1987 aufgezeichnet und am Freitagabend um 20.15 Uhr im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Zuvor war ein Sicherheitskonzept mit der Universität Würzburg erarbeitet worden.

Anstatt mit einem Einzug von Gardetänzern und Elferrat, startete die Show mit einem gemeinsamen Auftritt aller beteiligten Künstler. Der Auftritt drehte sich um das Motto „Jetzt erst Recht“, unter der die gesamte Prunksitzung stand. Er bot Einblicke in die Produktion der Show vor dem Hintergrund der Pandemie*.

Ein Publikum aus originell verkleideten Politikern gab es in diesem Jahr nicht. Um trotz der Corona-Auflagen ein wenig die Tradition zu wahren, hielten Statisten im Publikum Schilder mit Politiker-Gesichtern in die Höhe. Mit den langen Haaren würden sie die Politiker auch gar nicht erkennen, sagte Kabarettist Martin Raussau vom Duo „Waltraud & Mariechen“ unter Anspielung auf die geschlossenen Friseurläden.

Zudem wurden Videosequenzen vorgespielt, in denen Ministerpräsident Markus Söder* (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze mehrmals hintereinander „Veitshöchheim“ aussprechen - ein echter Zungenbrecher!

„Fastnacht in Franken“: Trump, Querdenker und Fridays for Future

Anstatt banalem Klamauk hatte Tassilo Forchheimer, Leiter des BR-Studios Franken, „ein Stück Nachdenklichkeit mit durchaus kritischen Gedanken über das, was wir in diesen Monaten erleben“ versprochen. So hielt Peter Kuhn als „Phantom der Oper“ eine Büttenrede über Masken und das Coronavirus. Liedermacher Matthias Walz zog mit selbst gebasteltem Alu-Hut Querdenker und
Verschwörungstheoretiker durch den Kakao: „Wenig Ahnung, aber ganz viel Fantasie, so geht Verschwörungstheorie.“

Gerlinde Hessler hielt eine Büttenrede über Sparsamkeit und Veggy-Days in ihrer Kindheit - die es auch ohne „Fridays for Future*“ gab. Und die „närrische Putzfraa“ Ines Procter kümmerte sich um einen humorvollen Umgang mit dem Hygienekonzept der Show. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.