Ärger in Ostenhofen

Keine Gnade: Ehepaar muss neue Garage wieder abreißen

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Den Platz für ihr Auto haben die Antragsteller ohne Genehmigung auf Gemeindegrund errichtet.

Erst Bauen, dann die Baugenehmigung bei der Gemeinde einholen. Keine gute Idee, wie nun zwei Osterhofner feststellen mussten. Sie müssen ihre Garage wieder abreißen. 

Osterhofen – Jüngst lehnte das Bayrischzeller Gremium einen privaten Bauantrag zur Errichtung eines Parkdecks in Osterhofen mit sieben zu vier Stimmen ab, obwohl die Garage bereits an Ort und Stelle steht. Laut Bauamtsleiter Josef Acher habe das Ehepaar sein Parkdeck mit den Maßen neun auf 4,80 Meter mit einer Wandhöhe von 2,47 Meter ohne Genehmigung errichtet. Zudem wurde die rund elf Quadratmeter große Holzkonstruktion zum Teil auf einem gemeindlichen Straßengrundstück erbaut.

Ein Vorgehen, das im Gemeinderat für Unverständnis sorgte. „Der Ablauf ist verkehrt und wurmt mich“, sagte Vizebürgermeister Egid Stadler. Auch Karl Acher stimmte dagegen: „Jeder muss seine Pläne mit Grundsicherung und Abstandsflächen vorher bringen. Da wurde jetzt ein Holzgestell hingebaut und danach wollen sie es genehmigen lassen.“

Bereits im Jahr 2013 flatterte ein erster Bauantrag der beiden Osterhofer für ein Nebengebäude auf den Rathaustisch. Damals hatte das Gremium zusammen mit dem Kreisbaumeister des Landratsamtes zugestimmt, denn eigentlich ist dort die Erschließung aus Sicht der Verwaltung zulässig. „Stellplätze pro bestehendes Einfamilienhaus im Außenbereich sind allgemein erlaubt“, erklärte Acher. „Nachdem der Plan erstellt war, wurde der Antrag aber wieder zurückgezogen.“ Laut Bürgermeister Georg Kittenrainer wäre den Antragstellern der Bau jener Garage mit 15 000 Euro doch zu teuer gewesen.

Kittenrainer kann die Belange der Bauantragsteller verstehen und stimmte dafür. „Sie wollen nix anderes als irgendwo ihr Auto abzustellen.“ Kein Argument für Hanno Acher: „Ein Stellplatz ist auf dem Buckel vorhanden.“ Allerdings müsse dieser im Winter geräumt werden. Hanno Acher berichtete zudem von der ehemaligen Hausbesitzerin, die 20 Jahre ohne Probleme an der steilen Hauseinfahrt ein- und ausgefahren ist und dort auch parkte. Letztlich erteilte der Gemeinderat sein Einverständnis nicht, da das Orts- und Landschaftsbild durch die Garage beeinträchtigt wird und die Anlage ohne Genehmigung auf Gemeindegrund errichtet wurde.

Von Daniel Wegscheider

Quelle: tz