Gruselmord: Zwei Söhne in U-Haft

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Ein Polizeiauto vor dem Hof der Familientragödie.

Gütenland - Auf dem Hof von Schablbauer Reinhold R. gibt es kein Leben mehr: Der Landwirt ist tot, die Söhne im Gefängnis, die Frau in tiefer Trauer.

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Am Morgen des Heiligen Abends war die Leiche von Reinhold R. (59) unter einer Plane im Außensilo seines Einödhofes bei Gütenland gefunden worden. Zunächst standen die Ermittler vor einem Rätsel – doch allmählich kommt Licht in den mysteriösen Kriminalfall.

Am 11. Dezember wurde R., der als Betonbauer arbeitete und häufig auf Montage war, zuletzt angetroffen. Seine Arbeitskollegen sahen ihn nach tz-Informationen noch nach Hause fahren. Doch dort kam er nie an. Ehefrau Rose (47) wunderte sich nicht weiter. Schließlich hatte ihr Sohn Roman (22) ihr ausgerichtet, der Vater habe angerufen, dass er wegen der Arbeit noch länger nicht nach Hause komme.

Elf Tage später verschwand dann auch Roman. Einen Tag darauf ging deswegen Rose mit ihrem Ältesten Philipp (23) zur Polizei und meldete ihren Mann als vermisst. Sofort rückten Beamte mit Suchhunden aus – und stießen auf den Körper des Bauern. „Wir gehen davon aus, dass er um den 11. Dezember gestorben ist“, sagt Ambergs Leitender Oberstaatsanwalt Walter Leupold. Noch am 24. Dezember erließ das Amtsgericht einen Europäischen Haftbefehl, während in der Öffentlichkeit nach dem vermissten Roman R. gefahndet wurde.

Die Suche war nicht schwer: Roman hatte sich schon in seiner Bundeswehr-Zeit einmal von der Truppe abgesetzt und war nach Rumänien geflohen. An genau derselben Adresse stöberten ihn Sicherheitskräfte auf. Er kam in Arrest, wartet auf seine Auslieferung.

Witwe Rosa R. kam einen Tag später mit Sohn Philipp erneut zur Vernehmung. Polizeisprecher Peter Krämer: „Dabei verstrickte sich der Sohn in Widersprüche.“ Zunächst gab er an, bei der Beseitigung der Leiche dabei gewesen zu sein. Vor dem Richter sagte er dann, er habe gesehen, wie sein Vater im Stall des Hofes erschlagen worden sei. Das konnte nicht stimmen: Die Spurensicherung hatte hier keinerlei Blutspritzer feststellen können. Daraufhin schwieg Philipp und wurde ebenfalls festgenommen. Der Vorwurf: Beteiligung an gemeinschaftlich begangenem Totschlag.

Beim Motiv verfolgen die Ermittler zwei Ansätze: Roman war pleite. Er hatte sich mit Drogen-Geschäften hoch verschuldet. „Da stellen auch zwei alte Autos schon einen Wert dar“, sagt ein Ermittler mit Blick auf die beiden verschwundenen Autos der Familie. Zum anderen galt Schablbauer Reinhold R. als Sonderling. Er soll seine Familie sehr kurz gehalten haben. Ein Ermittler: „Es kann sein, dass sich die Wut der Söhne auf grausame Art entladen hat.“

Quelle: tz

Quelle: tz