Ottobrunner Firma stößt Neubau-Projekt ab

Paukenschlag-Nachricht bei ehemaligem Hotel - Jetzt werden die Möbel verschenkt

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Im Herzen Bad Wiessees liegt der Gebäudekomplex, in dem früher auch das Haus Ursula untergebracht war. Längst ist es für den Abriss freigegeben. 

Wo derzeit das Haus Ursula in Bad Wiessee steht, soll ein schicker Neubau aus dem Boden wachsen. Viel Arbeit hat die Firma Bavaria Wohnbaupartner bereits in die Planung gesteckt. Nun hat sie das Projekt abgestoßen.

Bad Wiessee – Es war eine schwere Geburt, bis das Konzept für einen Neubau am Lindenplatz in Bad Wiessee stand. Gleich mehrfach musste der Käufer des alten Haus Ursula, die Firma Bavaria Wohnbaupartner GmbH aus Ottobrunn, umplanen, ehe der Wiesseer Gemeinderat die Entwürfe für ein neues Wohn- und Geschäftshaus billigte und im Sommer endgültig den Bebauungsplan verabschiedete.

Nun die überraschende Wende: Der Ottobrunner Investor wird sich von dem Neubauprojekt im Wiesseer Ortszentrum trennen. Neuer Eigentümer ist das Ismaninger Unternehmen MW Eigenheimbau von Werner Wendler. Der ist mit dem Projekt bereits vertraut: Bisher hat er die Planungen in Wiessee als Bautechniker und Partner der Ottobrunner Firma begleitet.

„Dieser Schritt fällt uns wirklich schwer, denn das ist ein ganz tolles Projekt“, erklärte am Donnerstag Torsten Graf von der Bavaria Wohnbaupartner GmbH zum Verkauf der Wiesseer Liegenschaft. „Aber wir müssen abwägen, was wir leisten können.“ Sein Unternehmen habe derzeit ein anderes Objekt im innerstädtischen Bereich Münchens in Aussicht und gebe diesem den Vorzug, sagt Graf. Somit habe man sich entschieden, das Wiesseer Vorhaben an die Firma Wendlers zu übertragen.

Noch-Eigentümer verschenkt am 14. Januar das Hotel-Mobiliar

Noch allerdings, sagt Graf, sei der Kaufpreis für das Grundstück nicht geflossen. Die offizielle Schlüssel-Übergabe stehe noch aus. Sozusagen als letzter Akt möchte die Firma aus Ottobrunn am Sonntag, 14. Januar, zwischen 11 und 16 Uhr einen Tag der offenen Tür im alten Haus Ursula veranstalten und das verbliebene Inventar an die Bürger verschenken.

Vom Hotel, das früher dort ansässig war, seien noch etliche Möbelstücke übrig, sagt Graf. „Jeder, der Bedarf hat, kann etwas mitnehmen. Wir sehen das als Geste, dem einen oder anderen damit zu helfen“, meint der Managing Partner. Der neue Eigentümer würde die Möbel ohnehin nur entsorgen, glaubt er.

Eigentümer-Wechsel also statt rascher Abbruch. Denn eigentlich sollte das Haus Ursula längst platt gemacht sein. Im Oktober hatte die Ottobrunner Firma erklärt, sie hoffe auf den Beginn der Abbrucharbeiten noch im Jahr 2017.

Wie geht es nun unter dem neuen Eigentümer weiter? Man sei gerade dabei, die Verhandlungen mit den einzelnen Firmen für den Abbruch, die Erdarbeiten und den Rohbau zum Abschluss zu bringen, teilt MW Eigenheimbau-Geschäftsführer Marco Wendler auf Nachfrage mit. „Wir wollen das im Ganzen durchziehen.“ Wann genau die Baumaschinen anrücken, konnte er gestern nicht sagen. Vermutlich aber im Laufe des Februars. Zeitgleich möchte der neue Eigentümer mit der Vermarktung der entstehenden Wohnungen und Gewerbeeinheiten loslegen, wie Marco Wendler erklärt. Er vermutet: „Ab jetzt werden wohl noch drei bis vier Monate vergehen, bis der Aushub fertig ist.“

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Quelle: tz