Corona-Regeln im Überblick

Corona-Regeln in Bayern für Hochzeitsfeiern und Geburtstagspartys – bitter für viele Münchner

Wer zurzeit eine Geburtstagsfeier oder eine Hochzeit plant, tut sich wahrscheinlich schwer alle Corona-Regeln im Kopf zu behalten. Hier finden Sie einen Überblick.

München - Die Feier zu einem runden Geburtstag oder eine Hochzeit wird in der Regel schon Monate im Voraus geplant. Viele Menschen werden sich deshalb gedacht haben, legen wir unsere Veranstaltung in den Sommer, da ist wahrscheinlich die Inzidenz niedrig. Pustekuchen. Die Werte steigen seit Wochen konstant an. Und mit der neuen 3G-Regel kommen noch mehr Beschränkungen dazu. Zu allem Überfluss macht das Wetter vielen Party-Plänen fürs Wochenende zusätzlich einen Strich durch die Rechnung.

Corona in Bayern: 3G-Regel ersetzt in vielen Bereichen die 50er-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz liegt am heutigen Mittwoch (25. August) in Bayern noch unter 50 (49,7) und unter dem Bundesdurchschnitt von 61,3. Dennoch rangieren viele Landkreise und Städte im Freistaat bereits über der wichtigen Marke von 50. Zusätzlich gelten seit Montag die von der Ministerpräsidentenrunde mit Angela Merkel (CDU) beschlossenen 3G-Regeln ab einer Inzidenz von 35. Schwer, bei den ganzen Maßnahmen nicht den Überblick zu verlieren. Um also am Wochenende trotzdem ein rauschendes Fest feiern zu können, müssen folgende Auflagen beachtet werden.

Mit der neuen 3G-Regel wird die Testpflicht vor allem in Innenbereichen von der bisher geltenden Grenze von 50 auf 35 herabgesenkt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Besuch des Frisörs oder des Hallenbads - auch im privaten Bereich gibt es jetzt eine Testpflicht. Das betrifft auch Hochzeitsfeiern und Geburtstage. Denn wenn „Anlass, Organisation oder Programm des Zusammentreffens einen feierlichen Charakter hat“ braucht es einen negativen Corona-Test, heißt es vom Bayerischen Gesundheitsministerium. Der einfache Spieleabend fällt also nicht unter diese Regelung. Und ausgenommen von der Testpflicht sind Geimpfte, Genesene und Kinder bis zum sechsten Lebensjahr.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie rund um die anstehende Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus dem Freistaat – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus Bayern.)

Corona in Bayern: Begrenzte Gästezahl je nach Inzidenz

Steigt die Inzidenz im jeweiligen Landkreis oder Stadt dauerhaft (als drei Tage am Stück) über 50 - wie in München oder eigentlich in fast ganz Oberbayern - gelten ab dem fünften Tag noch strengere Regeln. Dann dürfen zu privaten Veranstaltungen im Freien nur noch 50 Personen kommen. In Innenräumen sind nur noch 25 gestattet. Vielleicht muss deshalb jetzt die eine oder andere Gästeliste spontan ausgedünnt werden. Wie viele Menschen in den Standesämtern zusammenkommen dürfen, entscheiden die jeweiligen Verwaltungen selbst. In München variiert beispielsweise die Anzahl von Raum zu Raum. Dort gilt die Verschärfung ab dem morgigen Donnerstag (26. August) - ausgerechnet vor dem Wochenende.

Feiert man in einem gastronomischen Betrieb in einem abgetrennten Raum, fällt für die Gäste die Masken- und Abstandspflicht weg. Sollte man jedoch den Raum verlassen, muss die FFP2-Maske wieder aufgesetzt werden. Und Vorsicht bei Feiern im Freien. 50 Gäste sind bei einer Party unter einem Pavillon erlaubt. Sollte man jedoch ein geschlossenes Zelt verwenden, gelten die Begrenzungen für Innenräume. Ausgenommen von der Gästeanzahlbeschränkung sind wie immer Geimpfte und Genesene.

Corona in Bayern: Bei einer Inzidenz über 100 gelten individuelle Regeln

Was aber passiert bei einer Inzidenz über 100? Bislang gilt so ein Fall nur für die Stadt Rosenheim (196,7, Stand: 25. August, RKI). Und bis Juli galt in dem Fall auch noch die Bundesnotbremse. Die ist aber mittlerweile passe. Jetzt heißt es in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung:

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird, hat die zuständige Kreisverwaltungsbehörde durch Allgemeinverfügung zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um einen weiteren Anstieg der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu verhindern und die Zahl der Neuinfektionen erneut zu senken.

13. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Aber was heißt das jetzt im konkreten Fall für private Feiern? Die Stadt schreibt auf ihrer Homepage, dass private Veranstaltungen aus besonderem Anlass erlaubt sind - also Hochzeiten, Geburtstags- oder Tauffeiern sowie Vereinssitzungen. Hier gelten die gleichen Regeln, wie bei einer Inzidenz über 50. Also beschränkte Gästezahl und Testpflicht. Wer diese ganzen Regeln verstanden hat und umsetzt, kann am Wochenende in Ruhe feiern. Wer diese Regeln allerdings kontrollieren soll, steht wieder auf einem anderen Blatt. (tel)

Rubriklistenbild: © Frank Sorge/imago images/Symbolfoto