Impfbereitschaft bei Pflegekräften hat zugenommen - Ausnahmen nur in wenigen Einrichtungen

Eine Pflegekraft wird gegen Corona geimpft
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Eine Pflegerin lässt sich gegen Corona impfen: Die anfängliche Skepsis der Pflegekräfte hat nachgelassen.

Zu Jahresbeginn war die Impfbereitschaft bei vielen Pflegekräften nicht so groß wie erhofft. Doch inzwischen sind die Impfquoten in fast allen Heimen und Krankenhäusern deutlich gestiegen. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Nachdem zu Jahresbeginn die meisten Pflegekräfte mit einer Impfung gegen Corona noch zurückhaltend waren, sind die Impfquoten in den Heimen und Krankenhäusern nun deutlich gestiegen. Der Großteil der Pflegekräfte ist geimpft, berichten Träger, Krankenhausgesellschaft und Vereinigung der Pflegenden (VdPB). „Anfangs haben sich einige Pflegekräfte noch als Versuchskaninchen gefühlt und waren zurückhaltend“, berichtet VdPB-Sprecherin Anke Röver. Besonders, als dann sogar über eine Impfpflicht für Pflegekräfte diskutiert wurde, hätten sich viele reflexartig dagegen entschieden, erklärt sie. Von dieser Stimmung sei aktuell kaum noch etwas zu spüren. „Es gibt nur noch vereinzelt Einrichtungen, in denen die Impfquote der Mitarbeiter noch deutlich höher sein könnte.“ Das habe eventuell mit der Leitung der jeweiligen Einrichtungen zu tun, vermutet Röver.

Auch die Arbeiterwohlfahrt hat beobachtet, dass in ihren 150 stationären Pflegeeinrichtungen in Bayern die Bereitschaft zur Impfung groß ist. Rund 60 Prozent der Mitarbeiter seien geimpft. Die Caritas berichtet für ihre Einrichtungen von einer Impfquote von bis 85 Prozent. Sprecher Tobias Utters glaubt auch, dass die Erfahrungen mit Infektionen, die dank der Impfung mit milden oder gar keinen Symptomen verlaufen sind, viele Pflegekräfte überzeugt haben.

In den Krankenhäusern sind mehr als 80 Prozent der Pflegekräfte inzwischen geimpft, sagt Eduard Fuchshuber, Sprecher der bayerischen Krankenhausgesellschaft. „Viele Pflegekräfte waren selbst infiziert und müssen aktuell mit der Impfung noch warten, bis die Infektion sechs Monate zurückliegt“, erklärt er. Viele der Pflegekräfte, die anfangs skeptisch waren, hätten sich inzwischen für die Impfung entschieden. „Die Impfbereitschaft ist da“, betont Fuchshuber.

Durch die hohe Impfquote gibt es inzwischen auch weniger Ausfälle, berichtet Röver. Die VdPB betreit in Bayern den Pflegepool. „Vor einigen Monaten haben wir noch vier bis fünf Anfrangen pro Woche gekommen, weil Ersatz für ausgefallene Pflegekräfte gebraucht wurde“, berichtet die Sprecherin. „Mittlerweile gibt es nur noch ganz vereinzelt Anfragen.“

Die Inzidenzen in Bayern sinken weiterhin kontinuierlich. Im ganzen Freistaat liegen nur noch sechs Kreise über der 50er-Marke. Bayerischer Spitzenreiter ist der Kreis Kronach mit einer Inzidenz von 71,9.