Drei Ausflugstipps aus dem neuen Buch von Franziska Consolati

Auf Weltreise durch Bayern: Wo der Freistaat aussieht wie Afrika, Nepal oder die Antarktis

Franziska Consolati beim Vögel beobachten am Chiemsee
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Auf der Suche nach rosa Flamingos wurde die Autorin unverhofft am Chiemsee fündig.

Wo sieht Bayern aus wie die Sahara, wie Afrika, Nepal oder die Antarktis? Die junge Autorin Franziska Consolati hat sich exotische Alltagsabenteuer vor der Haustür einfallen lassen.

Rosenheim – Zwei Mal in ihrem Leben hat Franziska Consolati rosa Flamingos in freier Wildbahn gesehen. Das erste Mal ist sie dafür nach Namibia gereist. Beim zweiten Mal reichten eine Mittagspause am Chiemsee und ein Besuch auf dem Vogelobservationsturm. Wale beobachten wie in Neuseeland, im Hundeschlitten durch den Winterwald gleiten wie in Nordamerika, ein Stelzendorf wie im Amazonas besuchen: Für solche Erlebnisse muss man um die Welt reisen. Muss man?

Mit Abenteuern vor der eigenen Haustür kennt sich die 28-Jährige aus. Mit ihrem Mann Felix ist sie viel unterwegs, nicht nur auf Reisen in die entlegensten Winkel – die gemeinsame Wanderung durch die Mongolei beschreibt sie in ihrem ersten Buch „Ins Nirgendwo, bitte!“. Die beiden gönnen sich auch regelmäßig kleine Auszeiten. Nicht selten wecken die in ihr Gefühle, die sie schon an weit entfernten Orten gespürt hat. Diese Gefühle und die Begeisterung für kleine Alltagswunder hat sie in ihr zweites Buch gepackt: Die 220 üppig bebilderten Seiten von „In Deutschland um die Welt“ sollen dazu inspirieren, die Heimat mit den Augen eines Reisenden zu betrachten. 26 der 68 vorgestellten Ein-Tages-Abenteuer kann man in Bayern erleben.

Eigentlich wollte die Journalistin und Autorin ja ein ganz anderes Buch schreiben, „ein Reisebuch. Aber es war schnell klar, dass das gerade keinen Sinn macht“, sagt sie. Ihr Verleger hatte dann eine persönliche Frage an die gebürtige Schongauerin, die in Rosenheim lebt: „Wie machst Du das denn gerade, als Mensch, der ständig Fernweh hat?“ Die Antwort war für Franziska Consolati klar: Sie träumt sich um die Welt. Und nimmt ihre Leser mit:

Tipp 1: Ein Sternenhimmel wie in der Sahara

Es gibt wenig dunklere Orte als die Wüste. Deshalb kann man dort Millionen Sterne am Himmel sehen. Wenn Franziska Consolati den Sternenhimmel vermisst, besucht sie einen Sternenpark wie die Winklmoosalm bei Reit im Winkl (Kreis Berchtesgadener Land). Mit 6000 sichtbaren Sternen ist sie vor allem im Sommer und Herbst der beste Ort, um den Himmel zu beobachten. Vom Parkplatz der Winklmoosalm aus kann man einen Rundweg laufen. Zwischen Mai und Oktober werden Sternführungen angeboten.

Die Milchstraße über der Winklmoosalm.

Tipp 2: Gefrorene Wasserfälle wie in der Antarktis

Die größte Eishöhle Deutschlands ist zugleich die einzige, die für Erkundungstouren geöffnet ist. In der Schellenberger Eishöhle im Berchtesgadener Land herrschen konstant zwischen minus 0,5 und plus 1,5 Grad. Bis zu 500 Meter tief kann man in den Sommermonaten in die Höhle wandern. Ausgangspunkt ist Markt Schellenberg, der Wanderparkplatz liegt zwei Kilometer nach dem Ortsende an der B 305. Die einfache Wanderung ist sechs Kilometer lang, rund 1100 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt, für Kinder von sechs bis 16 Jahren kostet es vier Euro. Führungen gibt es täglich zwischen 10 und 16 Uhr.

Eisiges Wunderland: Bei Markt Schellenberg liegt die größte Eishöhle Deutschlands.

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Tipp 3: Nepalesischer Garten mitten in Bayern

20 Kilometer von Regensburg entfernt liegt das Tor nach Asien. Zwischen den kleinen Orten Wiesent und Ettersdorf steht der Nepal Himalaya Pavillon, und tatsächlich fühlt man sich beim Spaziergang durch den üppig angelegten Garten wie auf dem Dach der Welt. Pavillon und Garten sind von April bis Oktober geöffnet. Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene, zwei Euro für Kinder von sechs bis 16, der Erlös geht an „Wasser für die Welt“.

Der Nepal Himalaya Pavillon in Wiesent bei Regensburg ist ein Stück Asien in Bayern.

Bei der Auswahl ihrer Abenteuer hat die Autorin, die bis vor Kurzem für eine Umweltorganisation gearbeitet hat, auf Umwelt- und Naturschutzaspekte geachtet, jedes Kapitel enthält entsprechende Hinweise. „Ich bin davon überzeugt, dass man lebenslange Erinnerungen nicht nur in 30 Urlaubstagen schaffen kann“, sagt Franziska Consolati. Auch sie packt gerade wieder das Fernweh: Weil sie ein paar der Ausflüge vom heimischen Wohnzimmer aus recherchieren musste, hat sie sich als nächstes vorgenommen, alle offenen Abenteuer selbst zu erleben. Vielleicht entdeckt sie dabei ja zum dritten Mal rosa Flamingos.

Das Buch

„In Deutschland um die Welt“ hat 220 Seiten, kostet 24,95 Euro und erscheint am 7. April im Conbook Verlag. Die Autorin betreibt außerdem einen Instagram-Kanal, auf dem man ihre Abenteuer verfolgen kann.