Wintersport wird leicht teurer

Die Skisaison startet in Oberbayern - auch mit Schnee von gestern

+
Tricks üben konnte dieser Snowboarder am Freitag im Skigebiet der Zugspitze.

Die Wintersport-Saison beginnt: Wann die Skigebiete die Pisten öffnen, entscheidet sich dieser Tage. Klar ist: Manche Bergbahnen investieren in komfortable Lifte, viele heben die Preise leicht an.

München – In Zeiten des Klimawandels ist Schnee von gestern kostbar. „Wir leben davon“, sagt Matthias Stauch, kaufmännischer Vorstand der Zugspitzbahn. Zehn Meter hohe Schneedepots legten seine Mitarbeiter zum Ende des vergangenen Winters in kühlen Ecken des Bergs an. Knapp 70 Prozent der Masse sei übrig geblieben. Nun werden die Haufen abgeschöpft und der Schnee auf den Pisten verteilt. „Wir können 350 000 Kubikmeter verschieben“, sagt Stauch.

Auf dem höchsten Berg Deutschlands kann man seit Freitagmorgen Skifahren. Drei der zwölf Abfahrten sind präpariert. Aktuell läuft nur der Sechser-Sessellift am Sonnenkar. Ende kommender Woche sollen weitere Anlagen und Pisten öffnen. Die anderen Skigebiete in Oberbayern wollen in den nächsten 14 Tagen oder spätestens zu Weihnachten in die Saison starten. „Die Vorbereitungen laufen seit ein paar Wochen intensiv“, sagt Peter Schöttl, Vorsitzender des Verbands Deutscher Seilbahnen.

Lesen Sie auch: Wie Skigebiete vom Klimawandel profitierten

Die Brauneckbahn in Lenggries (Kreis Bad Tölz-Wolf-ratshausen) fährt nach vierwöchigen Revisionsarbeiten wieder. Skifahrer und Snowboarder müssen sich aber noch gedulden. „Die nächsten Tage entscheiden, ob wir am 8. Dezember starten können. Aber wir müssen es nicht mit Gewalt erzwingen“, sagt Geschäftsführer Peter Lorenz. Wegen der vorhergesagten milden Temperaturen in der kommenden Woche rechnet Lorenz eher mit einem Start zum 15. Dezember. Wie im Spitzingsee-Gebiet, für das er auch verantwortlich ist, habe man am Brauneck Stand Freitag bereits in zwei Nächten die Schneekanonen laufen lassen.

Das kosten Tageskarten in Oberbayerns Skigebieten:

Zugspitze:

46,50 Euro

Garmisch Classic:

44,50 Euro

Dammkar:

44,50 Euro

Sudelfeld:

39 Euro

Brauneck:

38 Euro

Wendelstein:

37 Euro

Spitzingsee:

36 Euro

Kampenwand:

30 Euro

Kranzberg:

29,50 Euro

Kolbensattel:

29 Euro

Jenner:

29 Euro

Bald wird es oberhalb von Lenggries noch mehr Kunstschnee geben. Im Finstermünzkessel sollen in den kommenden drei Jahren 30 bis 40 neue Beschneiungsanlagen entstehen. Die Finstermünzbahn, ein Zweiersessel, Baujahr 1976, wird 2019 durch einen Sechserlift ersetzt. Die neue Schrödelsteinbahn kann dann dank nur vier Minuten Fahrzeit 2400 Personen in der Stunde befördern. Die Brauneckbahn investiert inklusive der Kanonen zirka neun Millionen Euro. Die Genehmigungsverfahren laufen, der Bau soll im April oder Mai beginnen.

Gleich 56 Millionen Euro stecken die Verantwortlichen in die Jennerbahn am Königssee. Eine barrierefreie Bahn mit Zehner-Kabinen bringt die Passagiere zur Mittelstation auf 1200 Metern Höhe. Unterhalb startet ab 20. Dezember der Skibetrieb, oberhalb wird noch bis Sommer 2019 gebaut. Am Sudelfeld bei Bayrischzell (Kreis Miesbach) geht’s planmäßig schon am 15. Dezember los.

Lesen Sie auch: Skigebiete um Tegernsee und Schliersee: Was sie können, welche offen haben

Ihr Vergnügen wird für die Wintersportler in der anstehenden Saison wohl in sämtlichen Gebieten etwas teurer. „Wir geben unsere Kostensteigerungen weiter“, sagt Seilbahnverband-Chef Schöttl. Damit sind nicht nur die Investitionen gemeint: „Die größten Preistreiber sind die Personalkosten“, argumentiert Zugspitzbahn-Vorstand Stauch. Die Mitarbeiter der Seilbahnen haben bei Tarifverhandlungen Gehaltserhöhungen bekommen. Auch darum verlange man branchenweit im Schnitt 3,7 Prozent mehr als im vergangenen Winter.

Günstig weg kommen gerade Familien an den „Tagen im Schnee“. 20 Skigebiete beteiligen sich an der Initiative „Dein Winter. Dein Sport“, für die die Wintersportverbände zusammenarbeiten. Die Angebote: ermäßigte Liftkarten, Gratistickets für Kinder, Rabatte beim Skiverleih und Sonderkurse. Der erste Aktionstag steigt am 16. Dezember am Sudelfeld.

Quelle: Merkur.de