Interview 

IT-Fachmann verrät: So schützen sie Ihr Haus aus dem Urlaub vor Einbrechern

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Alles im Blick hat Anton Langwieser auf seinem Tablet dank seines Sicherheitssystems.

Anton Langwieser hat ein Sicherheitssystem entwickelt, das sich dank eines bestimmten Routers in (fast) jedem Haushalt installieren lässt. Damit nimmt er nun an einem Ideenwettbewerb teil.

Warngau – Die Urlaubssaison steht bevor. Doch die Erholung ist schnell für die Katz, wenn man bei seiner Rückkehr feststellen muss, dass einem das Haus ausgeräumt wurde. Anton Langwieser aus Warngau hat nun ein Sicherheitssystem entwickelt, mit dem Hauseigentümer auch aus der Südsee oder aus Skandinavien beobachten können, was daheim vor sich geht. Der Clou: Das Grundelement haben viele bereits daheim – eine „Fritzbox“. Auf diesen Router schwört IT-Fachmann Langwieser. Nicht nur weil er ihn selbst vertreibt, sondern auch, weil das Einrichten reibungslos funktioniert, so sagt er. Sein System hat er nun bei einem Ideenwettbewerb des Herstellers eingereicht, der nach Funktionen sucht, die über die Anleitung hinausgehen. Im Interview stellt Langwieser seine Idee vor und spricht über ungebetene Gäste, Datenschutz und gründliche Einbrecher. 

-Herr Langwieser, was steckt hinter Ihrer Idee?

Im erweiterten Sinne eine intelligente Haus-Sicherungs-Technik. Ich habe mit IP-Kameras, der Fritzbox und anderen Komponenten ein System eingerichtet, mit dem ich in der Lage bin, von unterwegs aus über mein Smartphone das Gebäude zu überwachen. Und ich kann aus der Ferne TV-Geräte an- und ausmachen, sodass man den Eindruck erweckt, jemand wäre zuhause, obwohl man auf Reisen ist.

-Was muss man sich unter IP-Kameras vorstellen?

Das sind Kameras, die per W-Lan oder Netzwerkkabel mit dem Router verbunden sind. Mittlerweile sind sie dank integrierter Bewegungsmelder in der Lage, automatisch aufzuzeichnen. Die Bilder werden auf einen Server geschickt oder auf einem USB-Stick an der Fritzbox gespeichert. So kann man im Nachhinein anschauen, was los war. Ein weiteres Bonbon: Ich bekomme unterwegs eine E-Mail zugeschickt mit einem Bild, damit ich gleich sehe, ob es nur eine Katze ist, die vorbeiläuft, oder ob jemand ums Haus schleicht.

- Diese Technologie ist ja bereits auf dem Markt.

Natürlich, das sind Standardkomponenten. Es gab bei ähnlichen Systemen bereits Fälle, da wurden aus dem Ausland Einbrecher entdeckt und die Polizei verständigt. Bei meiner Lösung habe ich es so kombiniert, dass der Nutzer nicht nur Kameras abfragen, sondern über den Router mit Schaltsteckdosen Geräte anmachen kann. Der Vorteil ist: Das kann automatisiert erfolgen oder aber per Knopfdruck übers Smartphone. Wenn ich länger weg bin und der Fernseher hin und wieder läuft, hat das eine abschreckende Wirkung.

-Gab es einen bestimmten Vorfall, der Sie dazu bewogen hat, die Idee in Angriff zu nehmen?

Ja, tatsächlich. Mein Büro ist im ersten Stock, und die letzten 30 Jahre habe ich nie eine Tür abgeschlossen. Jetzt stand dann irgendwann jemand bei mir im Wohnzimmer, den ich nicht erwartet hatte. Für mich war das der Anlass, mir ein solches System zuzulegen. Auch, um zu sehen, welche Kunden mich besuchen wollten, wenn ich nicht da war.

-Wie springen die Kunden auf Ihr System an?

Immer mehr Hausbesitzer wollen auf dem Computer sehen, was sich vor ihrem Haus abspielt – auch von unterwegs. Ich habe es daher bereits verbaut. Und habe dabei festgestellt, dass es mit der Fritzbox sauberer läuft. Mit anderen Routern hatten wir Probleme.

-Viele haben eine Fritzbox daheim. Wie leicht lässt sich das System installieren?

Die Technik war ja schon da. Das ist nicht auf meinen Mist gewachsen, ich habe es nur umgesetzt. Es braucht ein bisschen technisches Verständnis, aber sonst lässt sich die Anwendung mit geringem Aufwand für jeden Haushalt, der eine Fritzbox und Internet hat, umsetzen.

-Zu welchem Preis?

Die IP-Kameras kosten bis zu 280 Euro, man bekommt sie aber auch günstiger. Wenn es allerdings um die Bildqualität geht, dann lieber eine etwas teurere nehmen. Ich rate zu Modellen ab 150 Euro. Billig eingekauft ist in diesem Fall teuer eingekauft, weil man es garantiert nochmal macht.

-Bei diesem Thema schwingt auch immer der Aspekt Datenschutz mit. Wie steht es darum?

Ich muss darauf achten, dass die Kamera nicht den Bürgersteig abfilmt, sodass Personen erkennbar sind. Ich darf nur bestimmte Bereiche auf meinem Grundstück filmen. Außerdem darf ich mit einem solchen Video nicht im Internet auf Verbrecher-Jagd gehen, sondern muss es der Polizei übergeben. Der zweite Bereich ist die Übertragung. Wie jedes System ist das W-Lan-System, an das die Kameras angebunden sind, hackbar. Ich muss es daher anständig verschlüsseln. Das braucht ein bisschen Sachverständnis. Oder ich nutze ein Netzwerk-Kabel, das ich so verbaue, dass es der Einbrecher nicht abzwicken kann.

-Allerdings werden die Aufnahmen gespeichert.

Richtig. Entweder ich speichere die Bilder lokal, auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte am Router, oder sie werden an einen Server gesendet. Diese Lösung hat aber offene Scheunentore. Ohne vernünftige Firewall könnte jemand darauf zugreifen. Ich bin grundsätzlich dafür, die Daten lokal zu speichern. Einen Nachteil hat das aber...

-Der wäre?

Wenn der Einbrecher wirklich ganz gründlich ist, nimmt er den USB-Stick mit (lacht).

fp

Quelle: tz