Das überforderte Ministerium

Kommentar zur Corona-Schulpolitik in Bayern: Das ist peinlich!

Die Corona-Schulpolitik in Bayern kommentiert Dirk Walter.
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Die Corona-Schulpolitik in Bayern kommentiert Dirk Walter.

Der Kultusminister verbietet Distanzunterricht. Antworten auf andere, drängende Fragen von Schülern, Lehrern und Eltern bleibt er schuldig. Ein Kommentar.

  • Das Kultusministerium verbietet den Distanzunterricht für die kommenden Tage.
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Der Schul-Lockdown ist da, jetzt stellen sich bohrende Fragen, die der zusehens überforderte Kultusminister Michael Piazolo gestern unbeantwortet gelassen hat.

Zum Beispiel: Für welche Prüfung müssen sich Schüler nach den XXL-Zwangs-Weihnachtsferien wappnen – und für welche nicht? Nötig ist eine Art Noten-Nachlass. Schon jetzt sind an vielen Schulen Schulaufgaben und Exen ausgefallen. Lehrer benötigen eine Ansage, dass sie das eben nicht nach den Ferien alles im Schweinsgalopp nachholen müssen. Generelle Appelle der Politik, den Lerndruck runterzufahren, verpuffen in der Regel folgenlos.

Das Problem stellt sich verschärft beim Übertritt nach der 4. Klasse: Auch für die Viertklässler muss das Ministerium klarstellen, dass es nicht auf der sonst erforderlichen Anzahl von Pflichtproben besteht. Notfalls muss der Übertritt in diesem Schuljahr eben freigegeben werden, auch wenn das Schul-Konservative schmerzt.

Statt sich aber solchen Problemen zu stellen, verbietet der Minister heute auch noch den Distanzunterricht für die kommenden Tage – weil er wahrscheinlich fürchtet, dass die Lernplattform „Mebis“ zusammenbrechen würde. Das ist peinlich.