Falsches Signal

Kommentar zur DB-Unterstützung der 3.Startbahn

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MM-Redakteur Dr. Dirk Walter

München - Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern, wirbt offen für die den Bau der dritten Startbahn in München. Damit setzt er allerdings aufs falsche Pferd, findet Redakteur Dirk Walter.

Hoppla, da sattelt jemand das falsche Pferd. Bayerns Bahn-Chef Josel hat sich vor den Karren des Flughafen-Chefs Kerkloh spannen lassen und trommelt für den Bau der dritten Startbahn. Er nennt die Flugpiste in einer seltsamen Verdrehung von Tatsachen sogar „umweltfreundlich“. Das ist eine kuriose Prioritätensetzung. Von einem Bahn-Chef erwartet man Lobbyarbeit für die Bahn, nicht Plattitüden für den Luftverkehr. Speziell die dritte Startbahn, deren Bedarf mindestens zweifelhaft ist, steht den Zielen der Deutschen Bahn diametral entgegen.

Entgegen vieler Beteuerungen gehören ja Kurzstreckenflüge, obwohl aus ökologischer Sicht zweifelhaft, zum „Brot- und Butter-Geschäft“ des Flughafens München. Ein Viertel aller Flugziele, die von München aus angeflogen werden, können schon heute innerhalb von sechs Stunden auch mit der Bahn erreicht werden. Gäbe es die Kurzstrecke mit Zielen wie Stuttgart, Wien oder sogar Nürnberg nicht, käme der Flughafen locker mit zwei Bahnen aus. Kommt indes die dritte Startbahn, sind auch noch mehr Berlin-Flüge zu erwarten – übrigens zu Lasten der mit Milliarden an Steuergeldern ertüchtigten Neubaustrecke München-Berlin, an die die Bahn große Erwartungen hat. Deshalb setzt Josel ein falsches Signal.

Quelle: Merkur.de