Wölfe in Bayern erschossen

Kommentar zur Erschießung von Wölfen in Bayern: Mehr Gelassenheit

+
Derzeit im Bayerischen Wald unterwegs: Mehrere Wölfe sind auf ihrem Gehege entlaufen.

Die frei durch den Bayerischen Wald laufenden Wölfe sorgen für Aufregung im Freistaat. Doch wie sollte mit den Tieren umgegangen werden? Merkur-Redakteur Christian Vordemann hat einen Wunsch.

München - Wenn es um den Wolf geht, dann kochen die Emotionen hoch. Die einen fordern etwas realitätsfern eine generelle Abschussgenehmigung und wolfsfreie Gebiete, etwa weil sie sich um ihre Weidetiere sorgen.

Entlaufener Wolf am Dienstag erschossen - noch drei Tiere unterwegs

Die anderen bestehen auf den Schutz des Wolfes ohne Ausnahme. Die Jagd auf diese Tiere ist für sie ein Tabu. Als Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (ausgerechnet ein Grüner) letztes Jahr anordnete, einen Wolf, der sich wiederholt Menschen bis auf wenige Meter genähert hatte, zu töten, erhob sich ein Wutgeschrei bis hin zu Drohungen. Angesichts von Millionen auf der Jagd erlegter und Abermillionen überfahrener Wildtiere in Deutschland eine etwas einseitige Liebe zu Isegrim.

Almbauern demonstrieren gegen „den bösen Wolf“

Der Wolf ist streng geschützt und soll es auch bleiben. Man muss auch nicht das Jagdrecht ändern, um einzelne Tiere, die großen Schaden anrichten, zu erlegen. Erst recht, wenn befürchtet wird, dass er Menschen gefährlich werden könnte. Diese Gefahr ist bei den aus dem Gehege entlaufenen Wölfen im Bayerischen Wald höher einzuschätzen als bei wirklich wilden Wölfen ohne Menschenkontakt. Wolfsfreunden wie Wolfsgegnern ist etwas mehr Gelassenheit zu wünschen.

Hofft auf mehr Gelassenheit im Umgang mit Wölfen: Merkur-Redakteur Christian Vordemann.

Christian Vordemann

Quelle: Merkur.de