Digitale Auszeit

Landfrauen-Treffen: Auftanken am Laptop

Landfrauentreffen im Netz: Landesbäuerin Göller, Landtagspräsidentin Aigner und die stellvertretende Landesbäuerin Christine Singer (von links nach rechts). BBV
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Landfrauentreffen im Netz: Landesbäuerin Göller, Landtagspräsidentin Aigner und die stellvertretende Landesbäuerin Christine Singer (von links nach rechts).

Kein persönlicher Austausch, keine lebendige Diskussion – aber jede Menge Emotionen: Der erste virtuelle Bayerische Landfrauentag hat den Bäuerinnen offensichtlich Spaß gemacht. Und sie haben jede Menge Unterstützung erfahren.

München – Auf Landfrauentagen tanken Bäuerinnen auf. Raus aus dem Alltagstrott, Austausch mit Gleichgesinnten, viele Ideen und Informationen werden weitergegeben. In Coronazeiten aber sind solche Treffen tabu. Doch Landesbäuerin Anneliese Göller wollte diesen wichtigen Termin nicht ausfallen lassen und organisierte den ersten virtuellen Bayerischen Landfrauentag: „In diesen ganz besonderen Zeiten tut es gut, nach vorne zu blicken und etwas Neues zu wagen“, sagt sie bei der Premiere.

Den Bäuerinnen, die das Treffen dieses Mal daheim vor dem Computer verfolgten, scheint es Spaß zu machen. „Wir sitzen heute alle in der 1. Reihe“, freut sich Irina Esterbauer aus dem Kreisverband Traunstein in einem Facebook-Kommentar. Andere finden es „super“, dass alle Generationen dieses Mal dabei sein konnten. Sie verfolgen mit ihren Kindern das Treffen, bei dem Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) die Bedeutung der Landfrauen als Bewahrerinnen und gleichzeitig Zukunftsgestalterinnen würdigt. Aigner muss es wissen, denn sie stammt nicht nur vom Land – als Bundesagrarministerin hatte sie fünf Jahre viel Kontakt zu Bäuerinnen.

Auch die aktuellen Probleme der Bauern in Coronazeiten sind der Landtagspräsidentin bekannt. Weil Exportmärkte wegzubrechen drohten oder Schlachtbetriebe wegen der Pandemie geschlossen wurden. Aigner betont, dass die Regierung mit allen Kräften die Pandemie bekämpfe. Aber man werde trotzdem die Probleme der Bauern nicht vergessen. „Die Politik verliert Sie nicht aus dem Blick“, versichert sie den Vertreterinnen der Landwirtschaft.

Sorgen bereiten der Landtagspräsidentin indes die Corona-Leugner und Verschwörungstheroretiker, die mit gezielten Manipulationen die Demokratie bedrohten. Und hier hofft sie auf Unterstützung von den Landfrauen. „Ich lege Ihnen unsere Demokratie sehr ans Herz. Sie ist das Wurzelwerk, aus dem vieles erwächst und erblüht. Ich brauche gerade Sie in dieser Debatte. Denn Sie sind Mitstreiterinnen, wie sie im Buche stehen.“ Gleichzeitig ruft sie die Landfrauen auf, auch im Bauernverband ihre Stimme noch vernehmbarer zu erheben. Es würde sie freuen, wenn ihr Einsatz in Zukunft auch bis in die Spitze des Deutschen Bauernverbands, also ins Präsidium, reichen würde. Rückenwind gibt es auch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der in einem Grußwort die Landfrauen lobt: Sie leisteten Großartiges in der landwirtschaftlichen Produktion. „Nahrungsmittel aus Bayern genießen mit den höchsten Stellenwert in der Welt.“

„Richtig gut leben?!“ ist das Motto des Landfrauentags. Was sie darunter verstehen, erläutern alle sieben Bezirksbäuerinnen: Die Familie, die Liebe zur Natur, der Glauben, gesunde Ernährung, der Einsatz in Verband und Gemeinde – aber auch achtsam mit sich selber umzugehen.

Eine Bäuerin grummelt auf Facebook, dass sie keine Zeit fürs Treffen hat: Stallarbeit, Homeschooling, mehrere Kühe kalben. Aber auch hier hilft die Technik: Das Video vom ersten virtuellen Landfrauentag bleibt online (www.bayerischerbauernverband.de/landfrauentag).