Erste Stellungnahme

Lebensretter sollte Einsatz zahlen: BRK storniert Rechnung

Überraschende Wende: Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) storniert die Rechnung über 1100 Euro, die Klemens Schatz (57) nach seinem Einsatz als Lebensretter in Peißenberg erhalten hat.

Peißenberg Der am Samstag veröffentliche Artikel der Heimatzeitung zu diesem Fall hatte im Internet zu zahlreichen, kontroversen Reaktionen geführt. Am Samstagabend postete das BRK dann, die Rechnung werde am Montag zurückgezogen. Warum es zu dieser Entscheidung kam, teilte die Organisation in ihrem Kommentar nicht mit.

Klemens Schatz aus Nordrhein-Westfalen hatte am 15. Juli zusammen mit zwei weiteren

Männern (26 und 60) am Ammerwehr in Peißenberg einem 61-Jährigen das Leben gerettet. Dieser hatte sich in den Fluss begeben, um einen Hund aus dem Wasser zu holen, der aber schließlich nur noch tot geborgen werden konnte.

Ein paar Wochen nach dem Vorfall erhielt Schatz dann von der Zentralen Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst Bayern die Rechnung über 1100 Euro für den Einsatz der BRK-Wasserwacht Weilheim-Schongau. Bei dem Betrag handelt es sich um eine WasserrettungsPauschale.

Der 57-Jährige wandte sich daraufhin an die Presse: Er sehe nicht ein, dass er bzw. seine private Krankenkasse den Betrag bezahlen soll. Er habe den Einsatz nicht verursacht und sei zudem vom BRK lediglich an Land umsorgt worden.

Das BRK rechtfertigte in seinem Post im Internet das Vorgehen gegenüber Schatz. So heißt es im Gegensatz zu Schatz’ eigener Darstellung, auch der Lebensretter selbst sei „aus einer Gefahr gerettet“ worden. Trotzdem soll die Rechnung zurückgenommen werden.

Die Reaktionen auf den Fall im Internet hatten eine große Bandbreite: So wurde einerseits befürchtet, Rechnungen an Lebensretter, könnten künftig derartige Rettungsaktionen verhindern.

Andererseits wurde in der Rechnungsstellung kein Problem gesehen, etwa weil – so ein Kommentar – sich auch Schatz’ Krankenkasse die Kosten eventuell von der Versicherung des Verursachers wieder holen könne. 

Erste Stellungnahme des BRK auf merkur.de im Wortlaut

Bayerisches Rotes Kreuz: „Wir müssen das hier mal erklären und zurechtrücken:

Erstens: Nicht das BRK stellt einen Rettungseinsatz in Rechnung sondern die Zentrale Abrechnungsstelle für den Rettungsdienst, und zwar auf gesetzlicher Grundlage.

Zweitens: Der Helfer, dem wir sehr dankbar sind für seinen Einsatz, hat die ZAST-Rechnung nicht bekommen als "Quittung" für seine Hilfsbereitschaft sondern weil er selbst aus einer Gefahr gerettet wurde.

Drittens: Privatversicherte erhalten immer eine Rechnung, wenn sie medizinische und auch präklinische Hilfe in Anspruch genommen haben.

Und Viertens und letztens: wir werden veranlassen, dass diese Rechnung am Montag zurück genommen und storniert wird.“