Talkrunde im Stadion

Löwen-Fans gegen Hauptsponsor Wee: Eine hitzige Debatte

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Rund 40 Fans diskutierten beim Fantalk der Tölzer Löwen in der Eisstadion-Gaststätte.

Zwischen Fans der Tölzer Löwen und Hauptsponsor Wee krachte es zuletzt auf Facebook. Bei einer Talkrunde im Stadion war nun von „Kasperltheater“ die Rede.

Bad Tölz – Einen heftigen verbalen Schlagabtausch hatten sich in den vergangenen Wochen die Fans aus der Südkurve mit der Geschäftsführung der Tölzer Löwen geliefert. Der Hauptvorwurf: Hauptsponsor Wee gewinne zu viel Einfluss. Ein Eindruck, dem Löwen-Geschäftsführer Christian Donbeck in einer Talkrunde im Tölzer Eisstadion mit Vehemenz widersprach.

Die Diskussionen entzündeten sich an einem Südkurven-Beitrag auf Facebook. Dort hieß es, dass die Südkurve die Einflussnahme von Wee bei den Löwen und dem EC Bad Tölz kritisch sehe. Die Farben Schwarz-Gelb, das Wappen und die Geschichte machten die Seele des Vereins aus. Mit der Änderung der Farben des Auswärtstrikots (weiß-rot) und der Aufwärmtrikots (grün-rot) sei eine „empfindliche Grenze“ überschritten worden.

Weiter heißt es in dem Beitrag: „Die Installation eines Vermittlers zwischen Fanszene und Wee und auch die zugesicherte Subventionierung von Auswärtsfahrten dient lediglich dazu, gezielt die Fans ins Boot zu holen und kritischen Stimmen so den Garaus zu machen.“

Farbwahl der Trikots: Donbeck räumt Fehler ein

Die Farbwahl bei den Trikots sei ein Fehler gewesen, räumte Donbeck ein. „Wir haben uns gedacht: Die Farben der Aufwärm- und Auswärtstrikots interessieren uns nicht. Hauptsache, die Heimtrikots sind schwarz und gelb.“ Die Aufwärm- und Auswärtstrikots seien bei den Fans jedoch nicht gut angekommen, „und daher werden wir das im nächsten Jahr anders machen“.

Verärgert ist Donbeck über den Vorwurf, der Hauptsponsor mische sich in das Tagesgeschäft ein: „Das ist 100-prozentig nicht der Fall. Sie sagen nur, dass sie diese und jene Werbefläche haben möchten – und das ist in Ordnung.“ Generell schilderte der Geschäftsführer die Zusammenarbeit mit dem Sponsor als sehr angenehm. Wenn Donbeck eine Notlage schildere, dann laute die Antwort des Hauptsponsors: „Packen wir’s an. Hauptsache, es geht voran.“ Ihm, Donbeck, fehle daher jegliches Verständnis für die im Internet geäußerte Kritik.

„Miteinander statt gegeneinander arbeiten“

Ähnlich wie Donbeck sah es ein Großteil der 40 anwesenden Fans. „95 Prozent der Leute gehen nicht wegen der Trikots ins Stadion, sondern weil sie geiles Eishockey sehen wollen“, sagte Fan Markus Eizenberger. „Keiner sagt: ,Von mir aus spielen wir in der Bayernliga. Hauptsache die Trikots sind schwarz-gelb. ‘“

Rudi Haßmann, Sportwart beim Fanclub Freundeskreis, hält es für nicht verwerflich, wenn ein Sponsor bei der Finanzierung von Busfahrten mithilft: „Ich verstehe die Facebook-Diskussion nicht, wir verkaufen uns doch nicht“, sagte er. „Es ist doch gut, wenn man in die Fanbus-Fahrten Kontinuität reinbringt. Und es ist gut wenn man Leuten, die es sich sonst nicht leisten könnten, die Möglichkeit gibt, zu Auswärtsspielen zu fahren.“ Ein weiterer Fan ergänzte unter dem Applaus eines Großteils der Fans: „Wenn ich als Sponsor das Kasperltheater im Internet miterlebeben würde, würde ich mich fragen, ob ich wirklich willkommen bin. In dieser schwierigen Situation müssen wir miteinander statt gegeneinander arbeiten.“

Quelle: tz