Loser Stein: Münchnerin (28) stürzt in Tod

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Jede Hilfe kam zu spät: Die Münchnerin (28) konnte nur noch tot geborgen werden.

Ettal - Tragisches Ende einer Bergtour in den Ammergauer Alpen: Eine 28-jährige Münchnerin stürzte am Sonntag beim Abstieg von der Kreuzspitze bei Linderhof in den Tod.

Sie liebte die Berge, Klettern war ihre Leidenschaft. Wann immer es ihr hektischer Beruf als Anästhesie-Ärztin zuließ, suchte Gabriela O. (28) Entspannung beim Bergsteigen. Auch am Sonntag war die junge Münchnerin wieder einmal in den Bergen unterwegs. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten bestieg sie die Kreuzspitze (2185 Meter) im Ammergebirge.

Für die Narkose-Ärztin endete die Tour in einem tödlichen Drama. Vor den Augen ihres Freundes stürzte sie in die Tiefe. Sie verletzte sich so schwer, dass es keine Rettung mehr gab. Das Paar war am Sonntag in aller Früh mit dem Auto von München in Richtung Oberammergau gefahren. Sie stellen ihren Wagen auf einem Parkplatz zwischen Graswang und Schloss Linderhof ab. Gegen 7.30 Uhr gingen die Münchner durch das Elmaugrieß über den Kuchelbergkopf zur Kreuzspitze.

Am Gipfelkreuz kam das Bergsteiger-Paar gegen 12.15 Uhr an. Nach einer halben Stunde Pause gingen Gabriela O. und ihr Freund den anspruchsvollen Abstieg an. Kurz unter dem Gipfel, auf einer Höhe von 2140 Metern, mussten sie ein Schneefeld überqueren. Gabriela O. stieg voraus – und verlor den Halt. Die Münchnerin hatte sich offenbar an einem Stein festhalten wollen, der lose war. Sie stürzte 50 Meter in die Tiefe, eine steile Rinne hinunter. Hier blieb die junge Frau leblos liegen. Ihr Lebensgefährte kletterte zu ihr, versuchte verzweifelt, die 28-Jährige wiederzubeleben.

Andere Wanderer im Gipfelbereich der Kreuzspitze hörten ihren Todesschrei und setzten sofort einen Notruf ab. Die Bergwacht Oberammergau wurde um 13.10 Uhr alarmiert. Zusammen mit einem Notarzt flog ein Rettungshubschrauber aus Reutte die ersten Mitglieder der Oberammergauer Bergwacht in das unwegsame Gelände. Alle Versuche, die bewusstlose Schwerverletzte wiederzubeleben, waren erfolglos. Ein Rettungshubschrauber aus Landsberg brachte den Rest der insgesamt elfköpfigen Bergwacht-Crew sowie zwei Polizisten der Alpinen Einsatzgruppe an den Unglücksortort.

Laut Stephan Wagner, dem Leiter der Oberammergauer Bergwacht, war die Münchnerin mit ihrem Lebensgefährten (33) auf einem „sehr anspruchsvollen“ Wanderweg unterwegs: „Im Gipfelbereich der Kreuzspitze ist überall schwieriges, ausgesetztes Gelände“, sagte er dem Garmisch-Partenkirchener Tagblatt. An dem fünfstündigen Einsatz waren auch zwei Kräfte des Kriseninterventionsdienstes der Bergwachtbeteiligt, die den Freund der Münchnerin betreuten.

Jam, ES

Quelle: tz