Peggy verschwand in Oberfranken

Vermisste Maddie: Entführte Christian B. auch Peggy (9)? Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge

Maddie McCann: Entführte Christian B auch die Peggy (9)? Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge
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Maddie McCann: Entführte Christian B auch die Peggy (9)? Ermittler prüfen mögliche Zusammenhänge (Archivbild)

Im Fall Maddie McCann gibt es einen Verdächtigen: einen 43-jährigen Deutschen. Hat er auch mit dem Verschwinden von Peggy Knobloch aus Lichtenberg zu tun?

  • Ein Deutscher wird verdächtigt, Maddie McCann 2007 entführt und getötet zu haben.
  • Hat er auch etwas mit dem Verschwinden von Peggy aus Oberfranken zu tun?
  • Die Polizei ermittelt.

Lichtenberg - Hat der Verdächtige im Fall Maddie McCann auch etwas mit dem Verschwinden von Peggy aus Oberfranken zu tun? Dazu gab es bereits erste Ermittlungen.

„Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass hier ein Zusammenhang besteht“, sagte Martin Dippold von der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Dienstag. Es seien beides junge, blonde Mädchen, die verschwunden seien. Doch darüber hinaus gebe es bislang „weder einen zeitlichen, örtlichen, noch persönlichen Bezug“. Medien hatten zuvor über einen möglichen Zusammenhang der beiden Vermisstenfälle spekuliert.

Maddie McCann: Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln auch im Mordfall Peggy

Der Tatverdächtige im Fall Maddie, der in Bayern aufgewachsen ist, werde zwar auch im Hinblick auf Peggy überprüft, bestätigten Staatsanwaltschaft und Polizei auf Nachfrage. Doch dabei handle es sich um „rein routinemäßige Ermittlungen“, die bei solchen Straftaten im Falle eines neuen Verdächtigen üblich seien.

Die dreijährige Britin Maddie McCann war am 3. Mai 2007 im Portugalurlaub aus einer Apartmentanlage verschwunden. Die Ermittler vermuten mittlerweile,dass ein 43-jähriger Deutscher das Kind entführt und umgebracht hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mann wegen Mordverdachts. Er sitzt aktuell hinter Gittern.

Peggy verschwindet auf Heimweg: Mann widerruft Geständnis

Auch im Fall von Peggy (9) laufen die Ermittlungen. Das damals neunjährige Mädchen war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Sommer 2016 wurden dann Teile ihres Skeletts in einem Wald in der Nähe ihres Heimatortes Lichtenberg gefunden.

Ein Mann aus dem Landkreis Wunsiedel gab zu, das tote Mädchen mit seinem Auto in den Wald gebracht zu haben, er widerrief sein Geständnis später. In zwei bis drei Monaten soll laut Staatsanwaltschaft entschieden werden, ob gegen ihn Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird. Für Peggys Mutter, Susanne Knobloch, dauert der Albtraum bis heute - und der Fall Maddie weckt auch bei ihr Erinnerungen.

Maddie McCann: Fall weckt auch bei Peggys Mutter Erinnerungen

„Der Fall Maddie versetzt mich zurück in diese Zeit, al­les kommt wieder hoch“, sag­te Susanne Knobloch im Interview mit der Bild. „Ich muss seit 19 Jahren damit le­ben, keine Klarheit darüber zu haben, was mit meinem Kind ge­schehen ist.“ 

Stattdessen musste sie sich immer wieder selbst verdächtigen lassen, etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun zu haben. „Hand aufs Herz, es wäre doch end­lich an der Zeit zu sagen, was Sie mit ihr gemacht haben“, konfrontierte sie ein Kommis­sar 2001 laut der Bild mit seinem Ver­dacht. 

Nach Verschwinden von Peggy: Susanne Knobloch als Rabenmutter bezeichnet

In Lichtenberg wurde Susanne Knobloch sogar beschuldigt eine Rabenmutter zu sein, die sich nicht genug um Peggy gekümmert habe. Außerdem habe sie nicht so um Peggy getrauert, wie man das in der Öffentlichkeit erwarte. 2007 montierte ein Blogger sogar Peggys Ge­sicht und das ihrer Mutter in ein Kinderporno-Foto. „Ich blieb für alle die Ossi-Hexe, die den Ruf des Ortes be­schmutzt habe“, erinnert sich die 47-Jährige in der Bild.

Sie kann deshalb gut nachvollziehen, wie sich die ebenfalls offenbar zu Unrecht verdächtigten Eltern von Maddie fühlen: „Als Eltern hat man wie­der übermäßig Hoffnung, endlich Antwort auf alle Fra­gen zu bekommen. Und am wichtigsten: Sein Kind wie­derzubekommen.“ Dass es nun einen Verdächtigen gebe, sei ebenfalls erleichternd:  „Das entlastet sie nicht nur vom Verdacht, son­dern auch seelisch.“

Maddie McCann: Hat Verdächtiger auch mit dem Verschwinden von Inga aus Sachsen-Anhalt zu tun?

Deutschlandweit fragt die Staatsanwaltschaft Braunschweig aktuell Polizeidienststellen nach vermissten Kindern und möglichen Parallelen im Fall Maddie ab, wie die Bild weiter berichtet. Der Fokus der Ermittler geriet so auch auf das Verschwinden von der siebenjährigen Inga, die seit 2015 vermisst wird. Das Grundstück des Verdächtigen befindet sich nur rund 90 Kilometer von dem Wald in Sachsen-Anhalt entfernt. Dort verschwand das Mädchen am 2. Mai.

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Quelle: Merkur.de