Tagung am Tegernsee

„Kein Plan“: Söder gerät bei Frage zum CSU-Programm ins Schleudern - und versteigt sich zu Bier-Vergleich

Markus Söder bei der CSU-Pressekonferenz auf Gut Kaltenbrunn am Tegernsee. Hier wird Tegernseer ausgeschenkt, was dem CSU-Chef wohl wenig sagt.
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Markus Söder auf Gut Kaltenbrunn am Tegernsee. Hier wird Tegernseer ausgeschenkt, was dem CSU-Chef wohl wenig sagt.

Markus Söder ist kein Bier-Liebhaber, das ist bekannt. Den Vergleich, den sich der CSU-Chef am Tegernsee leistet, wird viele Bayern dennoch die Stirn runzeln lassen.

Gmund am Tegernsee - Fotogene Inszenierungen gehören offenbar zu Markus Söders Stärken: Im Jahr 2020 traf sich der CSU-Chef mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Schloss Herrenchiemsee. Im Wahljahr 2021 drapiert er die Wahlprogramm-Vorstellung der CSU in Gmund - hoch oben, mit Fernblick. Hinter Söder leuchteten Tegernsee und Bayernhimmel tiefblau um die Wette, dazwischen das Mangfallgebirge.

Söder hatte vor der Traumkulisse gerade den CSU-Fahrplan für den Bundestagswahlkampf vorgestellt. Er lobte die eigenen Steuer-Pläne zur Entlastung von Familien sowie die Klimapläne für Bayern - ehe dann doch noch eine etwas heikle Frage aufkam. Die Petitesse verleitete den Ministerpräsidenten noch zu einem kleinen kulinarischen Fehltritt.

Söder spricht am Tegernsee über Wahlprogramm - eine Frage bringt ihn raus

Warum das neue CSU-Programm denn plötzlich „CSU-Programm - Gut für Bayern. Gut für Deutschland“ heiße und nicht mehr „Bayernplan“, wollte ein Journalist zum Abschluss des Statements wissen. Söder gibt unter Gelächter an Markus Blume ab: „Die Verantwortung trägt der Generalsekretär.“ „Alles hat seine Zeit“, erklärt der. Es gehe um eminent wichtige Punkte für die Menschen in Bayern - „aber wir sind der Überzeugung, was gut für Bayern ist, ist auch gut für Deutschland“.

Söder passt Blumes Antwort allerdings nicht so ganz. Jedenfalls setzt er nochmal an: „Was er eigentlich sagen wollte, ist: Es ist ein Programm aus Bayern für Bayern und Deutschland, aber kein Plan, sondern ein Programm. Im Prinzip ein Bayern-Programm, aber kein Bayernplan.“

Söder versucht es mit Bier-Vergleich - und kommt ins Stolpern

Es ist also offenbar komplex. Söder greift zur Verdeutlich zur Ultima Ratio, einem Vergleich mit dem bayerischen Nationalgetränk. „Wie man es nennt, wird der Landesleitung überlassen“, fügt er hinzu - „aber es ist wie beim Bier, unterschiedliche Marken, aber es schmeckt ... nach Bier.“

Bierliebhaber, von denen es im Freistaat bekanntlich nicht wenige gibt, könnten da versucht sein klarzustellen: Es kommt sehr wohl auf die Marke an, außerdem auf die Region. Gerade in Söders Heimat Franken mit ihrer lebendigen Tradition der Kleinbrauereien sollte das eigentlich klar sein. Immerhin die Klarstellung „wie bayerisches Bier“ hätte sich der CSU-Chef leisten können - schließlich will die Partei laut Wahlprogramm heimische Produkte mit einer Mehrwertsteuer-Senkung stärken.

Immerhin ordnet Söder noch ein: „Wobei ich nicht ganz weiß, wie Bier schmeckt.“ Das letzte Wort hat dann doch Blume. „Jetzt ist alles klar“, schließt er. Der Generalsekretär hätte auch sagen können: „Prost.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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