Erfahrener Bergsteiger verunglückt

Grausiger Fund im Rehbergwald: Mann (83) stürzte 150 Meter in den Tod

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Abgestürzt beim „geschriebenen Stein“: Auf dem Weg von der Rehbergalm hinab ins Tal ist der 83-jährige an dieser Stelle tödlich verunglückt.

Zunächst war der Mann spurlos verschwunden. Einige Stunden später die traurige Gewissheit: Der erfahrene, 83-jährige Bergsteiger aus Lüdenscheid war bei seiner Karwendeltour 150 Meter in den Tod gestürzt.

Mittenwald -Was als unbeschwerter Bergausflug begann, endete am Montag für eine Wandergruppe aus Lüdenscheid im Karwendel in einer Katastrophe. Ein 83-jähriger stürzte unterhalb der Mittenwalder Hochland-Hütte (1623 Meter) 150 Meter in den Tod. Das Unglück passierte auf einem Steig durch den sogenannten Rehbergwald, der bei Einheimischen als „geschriebener Stein“ bekannt ist. Da der Lüdenscheider seinen Begleitern etwa 30 bis 40 Meter voraus gegangen war, bemerkte zunächst keiner der vier anderen den tödlichen Sturz. Wie es also zu dem Unglück kommen konnte, bleibt daher unklar.

Einer der beiden Hubschrauber, vor dem der Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer (l.) und Hannes Struß (r.) stehen.

Von dem rüstigen Alpinisten wurden nur noch „die Bergstöcke und eine Kappe“ am Steig gefunden, sagt der Mittenwalder Bergwacht-Bereitschaftsleiter Heinz Pfeffer. Zuerst ging die Gruppe davon aus, der 83-Jährige sei bereits ins Tal abgestiegen. Als es auch dort kein Lebenszeichen von ihm gab, alarmierte sie um 16.20 Uhr die Polizei. Da die Wanderer – allesamt betagt und alpinerfahren – die verwaisten Ausrüstungsgegenstände mitgenommen haben, wurde die Suche der Einsatzkräfte zusätzlich erschwert. Sie hatten nun keinen Anhaltspunkt mehr, wo sich die mögliche Absturzstelle befand und wo sie die Suche beginnen sollten.

Offene Schädelfraktur

Bekannt war nur, dass der Vermisste dunkle Kleidung trug, was ein Auffinden noch schwerer machte. Erst mit dem herbeigerufenen ADAC-Hubschrauber Christoph Murnau wurde der Verunglückte in einem steilen Wald- und Wiesengelände ausfindig gemacht. Er ist laut Polizei in einer Waldschneise rund 150 Meter tief gestürzt.

Der abgeseilte Arzt konnte am Unglücksort nur mehr den Tod des Urlaubers feststellen. Aufgrund der ausgesetzten Lage war es den fünf Bergwachtmännern und drei Polizeibergführern nicht möglich, den Leichnam mit offener Schädelfraktur direkt mit dem Helikopter zu bergen. „Wir mussten ihn zuerst bis zu einer Waldlichtung tragen“, erklärt Pfeffer. Zur Unterstützung wurde indes noch ein weiterer Hubschrauber der Polizei heran gezogen.

Im Tal kümmerten sich derweil zwei Bergwachtmänner, die vom heimischen Kriseninterventionsdienst geschult worden waren, um die Hinterbliebenen. Erst gegen 22.15 Uhr war der Einsatz beendet.

Bei dem Toten handelte es sich um einen erfahrenen Bergsteiger aus Lüdenscheid, wie wa.de* berichtet, der mit der Gruppe bereits eine Vielzahl von Touren absolviert hatte – darunter auch den Mont Blanc (4810 Meter) und weitere Viertausender.

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dpa/mm/tz


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Quelle: tz