Breitet sich britische Variante aus?

Coronavirus-Mutationen: Wo sie in Bayern schon aufgetaucht sind - und was das bedeutet

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Viren verändern, mutieren. So auch das Coronavirus. In Bayern sind solche Mutationen bereits aufgetreten - eine Übersicht.

  • Mehrere Mutationen des Coronavirus sind momentan im Umlauf, besonderes Augenmerk liegt aber auf drei Varianten und besonders auf der sogenannten britischen.
  • Diese ist etwas ansteckender als andere Coronavirus-Mutationen.
  • Die britische Mutation wurde in Bayern in einigen Fällen nachgewiesen - wie eine Übersicht zeigt.

Seit Januar 2020 verbreitet sich das Coronavirus in Deutschland und der ganzen Welt. Zunächst grassierte die sogenannte Wildvirus von SARS-CoV-2, seit etwa September 2020 stecken sich nun offenbar immer mehr Menschen mit verschiedenen Mutationen des Coronavirus auf der ganzen Welt und auch in Deutschland an.

Besonders im Fokus der Wissenschaft liegen drei Varianten: Die Mutationen, die in Südafrika, in Brasilien und in Großbritannien aktuell grassieren und für hohe Infektionszahlen sorgen. Sie werden seit kurzem auch in Bayern nachgewiesen.

Coronavirus-Mutationen: Hier in Bayern wurden sie bereits nachgewiesen

  • Britische Mutation München B1.1.7:
  • Bamberg
  • Bayreuth
  • Dachau
  • Landkreis Dingolfing
  • Erding
  • Landkreis Kitzingen
  • Landkreis Landsberg am Lech
  • München
  • Passau
  • Südafrikanische Mutation B.1.351:
  • Rosenheim
  • Brasilianische Mutation B.1.1.248:
  • Wie weit sich diese Variante ausgebreitet hat, ist bisher nicht bekannt
  • In Garmisch-Partenkirchen ist eine Mutation aufgetreten, die wohl den sogenannten Punktmutationen zuzurechnen ist (siehe unten). Diese wurde außerdem in Bamberg nachgewiesen.

Die britische Mutation, B1.1.7, sorgt in Großbritannien für im Moment hohe Infektionszahlen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus ist. Anfangs rechnete man mit einer bis zu 70 Prozent höheren Ansteckungsgefahr, inzwischen liege diese Annahme eher bei 22 bis 35 Prozent, so Charité-Chefvirologe Christian Drosten.

Trotzdem: Infizieren sich mehr Menschen mit der britischen Variante, werden darunter auch wieder mehr schwere Verläufe und auch Todesfälle sein, so die Annahme. Ob B1.1.7 gefährlicher im Sinne von tödlicher ist, ist aber noch offen. Es fehlen bisher wissenschaftliche Beweise.

Mutationen in Bayern: Eine Variante auch in Garmisch-Partenkirchen aufgetaucht

Dass Viren mutieren ist völlig normal. Das Coronavirus SARS-CoV-2 tut dies übrigens wesentlich langsamer als beispielsweise das HI-Virus oder bestimmte Grippeviren. Bis September 2020 waren es etwa 12.000 einzelne Mutationen, sogenannte Punktmutationen. Unter diese Kategorie fällt aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Mutation, die Mitte Januar im Klinikum Garmisch-Partenkirchen aufgetreten ist.

Die britische Mutation hingegen ist dadurch auffällig, weil sich das Virus an 21 Stellen verändert hat. Dadurch dockt es leichter an menschliche Zellen an, man steckt sich also leichter an. Ein ähnliches Mutationsverhalten zeigen auch die Varianten, die in Südafrika und Brasilien aufgetreten sind.

Coronavirus-Tests in Bayern werden selten auf Mutationen untersucht

Wie verbreitet die Coronavirus-Mutationen in Deutschland und Bayern schon sind, ist schwer abzuschätzen. Großbritannien hat schon früh und häufig die Coronavirus-Tests sequenziert, also nach möglichen Mutationen untersucht. In Deutschland geschieht dies verpflichtend erst seit Januar 2021 und offenbar aus Kostengründen auch nur in geringem Umfang. Es kann also sein, dass sich die Varianten hierzulande längst verbreiten.

Bislang gehen die Impfstoffhersteller und das Robert-Koch-Institut übrigens davon aus, dass die neue entwickelten Impfungstoffe gegen das Coronavirus auch gegen die Mutationen wirken.

Quellen: quarks.de und wdr.de

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