Gericht hat entschieden

Ihr Fehler tötete einen Motorradfahrer (21): Autofahrerin muss Führerschein abgeben

+
Bei dem schweren Unfall starb ein Motorradfahrer aus Peiting.

Eine Rentnerin (70) aus Hessen beging im Juli letzten Jahres auf der Lechtalbrücke in Schongau einen schweren Fahrfehler. Dabei wurde ein Motorradfahrer tödlich verletzt. Gegen das auferlegte Fahrverbot hatte die Frau Einspruch erhoben.

Weilheim/Schongau – Es war ein Fehler mit furchtbaren Folgen. Die Rentnerin hatte auf dem Parkplatz der Lechtalbrücke vorschriftswidrig ihr Fahrzeug gewendet und dabei den Peitinger Motorradfahrer übersehen. Der 21-Jährige überlebte den Unfall nicht.

Bei der Gerichtsverhandlung in Weilheim stellte sich heraus, dass der junge Mann zwar zu schnell unterwegs war, den Zusammenprall aber nicht hätte vermeiden können, da mit einem Wendemanöver eines Autofahrers an dieser Stelle nicht zu rechnen war. Die im Strafbefehl veranschlagte Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung akzeptierte die Rentnerin zwar, wollte aber das dreimonatige Fahrverbot anfechten. Sie müsse ihre Enkelkinder fahren, so ihr Grund.

Die Vorsitzende Richterin Karin Beuting riet aber dringend zur Rücknahme des Einspruchs, da bei einem solch schweren und zum größten Teil von der Autofahrerin eigenverschuldeten Unfall ein Fahrverbot gesetzlich vorgeschrieben sei. Die Rentnerin ließ sich überzeugen und gab noch im Gerichtssaal ihren Führerschein ab. Dieser wird nun für drei Monate eingezogen.

Laut neuem Gesetz hätte sie das nicht sofort erledigen müssen. Erst einen Monat nach dem rechtskräftigen Urteil muss ein Führerschein abgegeben werden.

Regina Wahl-Geiger

Quelle: tz