Mega-Stau, gesperrte Umgehungsstraße

Nach Verkehrschaos: Schongauer Feuerwehr sauer auf Bauamt

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Zwischen Peiting und Schongau stauten sich die Autos endlos, weil die Umfahrung gesperrt war.

Seit Beginn der Schongauer Kanalbrücken-Baustelle stellen sich alle die Frage, was bei einem Unfall auf der Umgehungsstraße passiert. Am Samstag ist der Fall eingetreten! 

Schongau – Wer am Samstagvormittag die Straßen rund um Schongau weiträumig gemieden hat, hatte alles richtig gemacht. Denn nach einem Unfall auf der Umfahrungsstraße brach für mehrere Stunden das völlige Chaos aus. Ein 51-jähriger Peitinger hatte um 9.25 Uhr kurz vor der Lechtalbrücke übersehen, dass sich ein Stau gebildet hatte, und fuhr einem 51-jährigen Fürstenfeldbrucker ins Heck. Dessen Auto wurde auf die Gegenfahrbahn geschoben, während der Peitinger weiter in den Stau rauschte und auch noch das Auto einer Altenstadterin (31) rammte (merkur.de berichtete).

Die Rettungsleitstelle ging nach der Erstmeldung von mehreren Schwerverletzten aus und beorderte zwei Hubschrauber an den Unfallort, doch zum Glück stellten sich die Blessuren als nicht so schlimm heraus. Letztlich wurden die 31-jährige Altenstadterin und zwei 26-jährige Mitfahrerinnen des Fürstenfeldbruckers ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt entstand ein Sachschaden von geschätzt 21.500 Euro, so die Polizei.

Manche kamen in einer Stunde kaum einen Meter voran

Große Auswirkungen hatte der Unfall auf den Verkehr, denn die B 17 musste für eineinhalb Stunden komplett gesperrt werden. Schon die sonstige Umleitung durch Schongau führt zu enormen Verkehrsproblemen, doch durch das Durchfahrtverbot an der Kanalbrücken-Baustelle in diesem Bereich Richtung Peiting über die einspurige Behelfsbrücke brach das völlige Chaos aus. So brauchte eine Schongauerin, die um 10 Uhr eigentlich nur einen Reifenwechsel-Termin in Peiting hatte, satte eineinviertel Stunden – und musste noch dazu über Steingaden fahren,

„Wir haben sofort Kollegen zur Kanalbrücke und nach Schongau-West geschickt, um den Verkehr einigermaßen aufrecht zu erhalten“, sagt Schongaus Feuerwehrkommandant Werner Berchtold. Das heißt, an der einspurigen Ersatzbrücke wurden zusammen mit den Peitinger Feuerwehrlern abwechselnd Autos in beide Richtungen durchgewunken. Doch der Rückstau war trotzdem enorm, bis weit nach Peiting hinein. Auf der anderen Seite standen die Verkehrsteilnehmer auf der B 17 bis nach Hohenfurch, manche kamen in einer Stunde kaum einen Meter voran.

Vorwurf an Bauamt: „Ich habe das Gefühl, dass das Thema niemanden interessiert“

Was Berchtold ärgert: „Jetzt ist genau das eingetroffen, auf das wir das Staatliche Bauamt Weilheim von Anfang an hingewiesen haben.“ Es habe im Vorfeld Besprechungen gegeben, und bei einer Zusammenkunft im Schongauer Rathaus habe Berchtold wissen wollen, was im Fall einer B 17-Sperrung zu tun ist. „Die Antwort war nur: Das ist eine gute Frage. Seitdem sind Wochen vergangen und wir haben keine Infos bekommen, wie eine Umleitung zu erfolgen hat“, ärgert sich Berchtold. Er hätte sich gewünscht, dass bereits im Vorfeld Maßnahmen getroffen werden. Zum Beispiel Schilder aufstellen, die eine Umleitung ausweisen und verhängt sind bis zum Fall, dass sie gebraucht werden. „Denn jetzt wussten Autofahrer aus Richtung Westen und Norden überhaupt nicht, wie sie fahren sollen. Schließlich steht auf allen Schildern, sie sollen wegen der Kanalbrücken-Baustelle nicht durch Schongau fahren“, so Berchtold. „Ich habe das Gefühl, dass das ganze Thema im Staatlichen Bauamt niemanden interessiert.“

BRK-Wachleiter: „Wir sitzen vor der roten Ampel auf glühenden Kohlen“

Auch das BRK ist von der Kanalbrücken-Baustelle betroffen, bestätigt der Schongauer Wachleiter Markus di Egidio. „Wir brauchen 20 bis 30 Sekunden länger Richtung Peiting und sitzen dann vor der roten Ampel auf glühenden Kohlen.“ Ein großes Problem seien vor allem Autofahrer, die verbotswidrig ebenfalls durchfahren wollen und dann die Ampel blockieren, weil sie nicht nahe genug an den Sensor fahren. „Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Vorgaben halten würden, hätten wir weniger Sorgen“, sagt di Egidio. Beim Unfall am Samstag „konnten wir uns noch irgendwie durchmogeln“, sagte er. „Zum Glück sind unsere Fahrzeuge kleiner als die von der Feuerwehr.“

Quelle: tz