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„Waren fassungslos“ - Rätsel um riesiges Schnee-Känguru von Augsburg

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Von: Markus Christandl

In einem Wald bei Augsburg hüpft plötzlich ein „Riesentrumm von Viech“ auf den schneebedeckten Forstweg. Es ist nicht der erste Känguru-Vorfall in der Region.

Augsburg - Es war eine Begegnung, die so wohl niemand in einem Waldstück im Kreis Augsburg erwarten würde. Sonntags fuhr der aus Ustersbach stammende Bernhard Regele (63) mit seiner Frau Julianna Mittensteiner (61) nach Mickhausen, wo es sich schön spazieren gehen lässt. Und auch die beiden Hunde, der Husky Wolfi und die Dackeldame Ella, waren schon ganz aufgeregt. Über dem verschneiten Waldweg lag herrlich klare Luft, „doch plötzlich sah ich an der Seite etwas Dunkles“, erinnert sich Regele – und dass Julianna Mittensteiner sagte: „Das schaut aus wie ein großes Känguru!“

Das Beuteltier hopste vor ihnen auf den Weg, schnüffelte am Schnee, schaute das Paar direkt und ohne Scheu an. Die Hunde, von denen eigentlich eine Reaktion erwartet wurde, „waren wie perplex. Die starrten nur nach vorne zu dem Känguru hin, sie waren fassungslos“, sagt Regele, der ein Reisebüro leitet und der die exotische Begegnung mit mehreren Schnappschüssen dokumentierte.

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Känguru im Wald bei Augsburg entdeckt: Wie kommt das hierher?

Nach rund zwei Minuten sprang dann das Känguru davon, weg außer Sichtweite, aber nicht fluchtartig, sondern eher gemächlich wie in Zeitlupe und doch voller Kraft in den Beinen. Und es ließ das Paar mit Fragen zurück: Wie kommt ein Känguru hierher? Wem gehört es? Bekommt es überhaupt Futter? Julianna Mittensteiner war jedenfalls aufgefallen, dass es „ein Riesentrumm von Viech war“. Es sei deutlich größer gewesen als die kleinen Wallabys aus dem Zoo, die sie sonst kennt. Die Begegnung hat jedenfalls beiden Freude bereitet. Bernhard Regele: „Das war einfach toll!“

Da staunt der Hund nicht schlecht! Im Kreis Augsburg hoppelt ein Känguru seelenruhig durch den schwäbischen Winterwald.
Da staunt der Hund nicht schlecht! Im Kreis Augsburg hoppelt ein Känguru seelenruhig durch den schwäbischen Winterwald. © Regele

Vermisst wird zurzeit in dem Raum kein solcher Hüpfer, doch schon seit geraumer Zeit treibt sich ein freilebendes Känguru in der Gegend herum. Vergangenen April etwa saß ein Skippy bei Schwabmünchen am Straßenrand, es wurde ebenso fotografiert. „Es hat beobachtet, was passiert und ist dann irgendwann weitergehoppelt“, berichtete damals Martin Geiger, der es beim Spazierengehen vor sich sah. Und auch ein Jäger meldete eine Sichtung, im Sommer war das, auch davon gibt es einen Fotobeweis. In Delmenhorst hingegen sorgte ein Känguru mitten in der Nacht für einen Polizeieinsatz.

Nicht die erste Känguru-Sichtung in Augsburg - Hinweise auf seine Herkunft

Möglicherweise, so wurde es Bernhard Regele berichtet, handelt es sich bei dem Hopser um ein Bennet-Känguru. Diese Tiere leben auch auf der Insel Tasmanien. In dem südlichen Bundesstaat schneit es in Höhenlagen und es ist aufgrund der Nähe zur Antarktis auch oft kalt. Somit dürfte das rätselhafte Schnee-Känguru auch den schwäbischen Winter überstehen, sofern es ausreichend zu fressen findet. Kängurus sind Vegetarier – Gräser, Blätter, Knollen stehen auf dem Speiseplan. (mc)