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Ende des Tanktourismus? Österreich führt CO₂-Steuer ein

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Von: Thomas Eldersch

Über zwei Euro pro Liter kosten in der Regel Benzin und Diesel bei uns in Bayern. Zum Tanken sind deshalb viele zu unseren Nachbarn nach Österreich gefahren.

München – Das Geld verlässt derzeit gefühlt schneller den Geldbeutel als es hereinkommt. Hohe Gas- und Energiepreise, Inflation und an den Tankstellen sieht es auch nicht besser aus. Für viele Bayern – die das Glück haben, nahe an der Landesgrenze zu Österreich oder Tschechien zu wohnen – geht es deshalb regelmäßig ins Ausland. Man spricht vom sogenannten Tanktourismus. Dieser könnte allerdings in Österreich bald zum Erliegen kommen.

Tanktourismus in Österreich: Bald lohnt sich die Fahrt zu unseren Nachbarn nicht mehr.
Tanktourismus in Österreich: Bald lohnt sich die Fahrt zu unseren Nachbarn nicht mehr. © Felix Kästle/dpa/Symbolbild

Österreich führt CO₂-Steuer ein – bleiben jetzt die Tanktouristen fern?

Ab morgen, 1. Oktober, wird die Fahrt zur Tankstelle bei unseren südlichen Nachbarn quasi obsolet. Grund ist die Einführung der CO₂-Steuer. Ab Samstag schlägt die Tonne des klimaschädlichen Gases in Österreich mit 30 Euro zu Buche. Dann wird jährlich der Preis wie in Deutschland sukzessive angehoben. An der Zapfsäule sind deshalb vorerst Aufschläge von 8,6 Cent je Liter Benzin und 9,9 Cent je Liter Diesel zu erwarten, wie aus Berechnungen des Wirtschaftsinstituts Wifo hervorgeht. Laut der jüngsten EU-Preisübersicht kostete Benzin in Österreich zuletzt durchschnittlich etwa 1,679 Euro und Diesel etwa 1,917 Euro pro Liter.

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Im Land der Berge kämpft man, ähnlich wie bei uns, auch mit hohen Energiepreisen. Deshalb verschob die konservativ-grüne Regierung die Einführung der CO₂-Steuer um drei Monate von Juli auf Oktober. Mit den Einnahmen wird als Entlastungsmaßnahme der ebenfalls neue Klimabonus finanziert. Diese Zahlung an alle in Österreich lebenden Menschen beträgt dieses Jahr pauschal 250 Euro. Ab 2023 hängt die Höhe von der Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln ab. In Großstädten bekommt man 100 Euro, am Land bis zu 200 Euro. So soll das Fahren mit Bahn und Bus belohnt werden.

Wird Tschechien das neue Tanktourismus-Paradies?

Nachdem Österreich damit aus der Gleichung ausgeschieden ist, könnte ein anderes Nachbarland Bayerns profitieren. In Tschechien kostet der Sprit sogar noch ein bisschen weniger als in der Alpenrepublik. Der ADAC gibt für den 30. September einen durchschnittlichen Preis für den Liter Benzin von 1,53 Euro an. Beim Diesel liegt man bei 1,75 Euro pro Liter. Der Automobilclub rät allerdings aus Sicherheitsgründen, nicht mehr als zehn Liter Kraftstoff in Reservekanistern mitzuführen. (tel mit dpa)

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