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Vulkan in Bayern? Forscher wollen „jungen Ausbruch nachweisen“

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Von: Felix Herz

Der letzte Vulkanausbruch in Bayern soll Millionen von Jahren zurückliegen. Doch die Zeichen verdichten sich, dass es nicht ansatzweise so lange her ist.
Der letzte Vulkanausbruch in Bayern soll Millionen von Jahren zurückliegen. Doch die Zeichen verdichten sich, dass es nicht ansatzweise so lange her ist. © Panthermedia / picture alliance / dpa / Merkur-Collage

Lange ging man davon aus, dass der letzte Vulkanausbruch in Bayern viele Millionen Jahre zurückliege. Doch dem ist wohl nicht so, sagen Forscher.

Selb – Vulkanausbrüche kennt man in Bayern nur aus dem Fernsehen. Selten haben sie überhaupt Auswirkungen auf den Freistaat – vom Flugverkehr mal abgesehen. Vor Jahren brach zum Beispiel der Eyjafjallajökull auf Island aus, das hatte Konsequenzen für die Flüge in ganz Europa.

Doch in Bayern, so dachte man lange, ist der letzte Vulkanausbruch Millionen von Jahren her. Inzwischen verdichten sich aber die Erkenntnisse, wonach es noch in der Steinzeit aktive Vulkane im Nordosten Bayerns gab.

Steinzeit-Vulkan in Bayern: Forscher führen Untersuchungen in Oberfranken durch

Dem Leiter der Abteilung Geologischer Dienst beim Landesamt für Umwelt (LFU) Roland Eichhorn zufolge, ist das Gebiet, in dem Vulkane auch in der jüngeren Vergangenheit aktiv waren, größer als zunächst angenommen. „Jetzt hoffen wir, einen sehr jungen Vulkanausbruch nachweisen zu können“, erklärt Eichhorn zu den nun anstehenden Forschungen.

So startete am Donnerstag, 29. September, das LFU Bohrungen nahe Selb (Landkreis Wunsiedel) in Oberfranken. Durch verbesserte Methoden sei man auf die neue Bohrstelle gestoßen, so Eichhorn. Diese liege etwa 40 Kilometer nördlich der letzten Bohrstellen, als man 2015 in Bärnau oder Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth) in der Oberpfalz zurückliegende vulkanische Aktivitäten untersuchte. Die Überraschung: Vor rund 280.000 Jahren habe es dort vulkanische Aktivitäten gegeben – geologisch betrachtet war das „erst gestern“.

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Forscher nehmen Proben: Vulkan-Untersuchungen mehrfach wichtig

Etwa 29 bis 15 Millionen Jahre ist es her, da hatte es im Dreiländer-Eck Bayern-Sachsen-Tschechien vulkanische Aktivitäten gegeben. In der Steinzeit, so die Hypothese, hatten sich diese wieder reaktiviert. Um das zu überprüfen, sammeln die Forscher bei den Bohrungen, die zwei Wochen lang dauern sollen, Proben.

Diese sind gleich mehrfach interessant. Nicht nur geben sie Aufschluss über vulkanische Aktivitäten in der Vergangenheit, sie sind laut Eichhorn auch ein „Klimaarchiv“. Klimaveränderungen lassen sich demnach gut und genau anhand dieser Proben untersuchen. Außerdem helfen die Bohrungen und Forschungen bei der Standort-Suche nach Möglichkeiten zur Endlagerung von Atommüll. (fhz)

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