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Trotz Betretungsverbot am Königsbach-Wasserfall: Wanderer trampeln zu beliebtem Instagram-Motiv

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Königsbach-Wasserfall
Der Königsbachfall ist ein beliebtes Instagram-Motiv. © Sabine Dobel/dpa

Seit kurzem gilt ein Betretungsverbot für Areale im Berchtesgadener Nationalpark. Wanderer besuchen trotzdem den beliebten Königsbach - doch das kann teuer werden.

Schönau - Etwa sechs Wochen ist es her, dass der Nationalpark Berchtesgaden den Bereich rund um den Königsbach-Wasserfall am Königssee gesperrt hat. Der Grund: Die Gumpen waren zum beliebten Instagram-Motiv geworden. 400 Wanderer sollen pro Tag das Ausflugsziel aufgesucht haben.

Die Verantwortlichen des Nationalparks sahen sich damals gezwungen den wachsenden Besucherstrom zu unterbinden, um die Natur zu schützen. Wie die Sprecher des Nationalparks der Passauer Neuen Presse bekannt gaben, seien Teile des Nationalparks durch die vielen Besucher beschädigt worden. Die Tierwelt hätte sich über soviel Trubel gestört gefühlt, hieß es. Da es auf dem Weg zu den am steilen Hang liegenden Wasserbecken keine beschilderten Wanderwege gibt, seien Trampelpfade am Ostufer des Königssees entstanden.

Sperrung des Nationalparks Berchtesgaden: Ranger melden dutzende Verstöße

Und Heute? Manche Wanderer halten sich nicht an die Anordnung. Auch wenn Schilder auf das Betretungsverbot für das circa zehn Hektar große Gebiet hinweisen, meldet der Nationalpark immer wieder Übertretungen. Die kontrollierenden Ranger hätten bisher 47-mal Wanderer angezeigt. Also im Schnitt: eine Anzeige pro Tag.

Wer sich trotz des ausgesprochenen Verbots zum Königsbach-Wasserfall begibt, muss ein Bußgeld zahlen. Bis zu 25.000 Euro könnte das im Wiederholungsfall kosten. Ole Behling, Leiter der Nationalpark-Ranger, erklärt der Passauer Neuen Presse, dass die kontrollierten Besucher häufig einsichtig seien. Es sei aber auch schon zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen.

Nationalpark Berchtesgaden: Zugang bleibt auch noch in den nächsten Jahren gesperrt

Sprecherin des Naturschutzgebietes Carolin Scheiter verspricht künftig die Besucherlenkung zu optimieren. So wolle man die anderen Ausflugsziele, die besonders unter jungen Menschen beliebt sind, im Nationalpark schützen und langfristige Sperrungen wie jetzt beim Königsbach-Wasserfall verhindern. Für die nächsten fünf Jahre soll der Zugang zu diesem noch gesperrt sein.

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