1. news-bayern
  2. Nachrichten

Corona-Ausgaben in Bayern: 416 Millionen Euro für Schüler-Tests

Erstellt:

Von: Dirk Walter

Coronavirus - Tests an einer Grundschule: Ein Schüler in Bayern malt ein Coronavirus an die Tafel. (Symbolbild)
Bayern: Wie es mit den Corona-Tests an bayerischen Schulen nach den Sommerferien weitergeht, ist noch ungewiss. © dpa/Matthias Balk

Die regelmäßige Testung von Schülern und Lehrern kostet den Freistaat viel Geld. Zum Schulbeginn sind die ersten Vorräte an Selbsttests langsam aufgebraucht.

München – Die Einführung der Corona-Testpflicht an Schulen am 12. April war umstritten. Manche Kinder hatten Angst vor Nasenbluten, andere verweigerten den Test gleich ganz und die Lehrer moserten, dass sie die Tests in den Schulen beaufsichtigen müssen. Zuletzt jedoch hatte sich bei den Tests – bei Grundschülern zweimal in der Woche, an weiterführenden Schulen in der Regel drei Mal – eine gewisse Routine eingeschlichen. Doch wie geht es zum Schuljahresanfang weiter? Wird weiter getestet? Gibt es noch Tests? Und wird das alles nicht langsam sehr teuer?

Im vergangenen Schuljahr wurden an den Schulen nur Antigen-Laien-Selbsttests verteilt. Über 416 Millionen Euro hat das Gesundheitsministerium bisher dafür ausgegeben, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Landtags-Anfrage der Grünen-Abgeordneten Gabriele Triebel aus Landsberg. Davon wurden 88,1 Millionen Tests gekauft. Das Ministerium bezog einen Großteil der Tests (55,1 Millionen) von Siemens, 9,5 Millionen kamen von Roche. Über 23 Millionen wurden von einer chinesischen Firma (Xiamen Boson Biotech C.) gekauft. Nur ein Teil (15,1 Millionen) war beim zuletzt verfügbaren Stichtag 18. Juni schon verbraucht.

Schulen in Bayern: 5,1 Millionen Corona-Tests pro Woche - Tespflicht bleibt mit Ausnahmen bestehen

Mittlerweile dürfte der Vorrat geschmolzen sein. Denn der wöchentliche Bedarf an den Selbsttests war hoch: Insgesamt wurden pro Woche 5,1 Millionen Tests benötigt, über 600 000 davon für die Lehrer. Eine Reserve ist gleichwohl noch vorhanden. „In jedem Fall kann der Schulbeginn und die ersten Wochen des neuen Schuljahres auch bei steigenden Inzidenzen abgedeckt werden“, versichert Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Eine erneute Ausschreibung zur Beschaffung weiterer Antigen-Schnelltests sei aber in Vorbereitung.

Allerdings dürfte die Zahl der Schüler, die sich testen lassen muss, nach und nach kleiner werden: Bei vollständig geimpften Schülern – die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schüler-Impfung seit Sonntag für ein Alter ab 12 – „entfällt die Testnachweispflicht“, bestätigte das Kultusministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Wie bisher haben ungeimpfte Schüler aber auch das Recht, den Test zu verweigern. Sie dürfen dann nicht ins Schulgebäude kommen, sondern werden nach Möglichkeit via Homeschooling unterrichtet. Schulen stöhnen über diese Ausnahmeregelung.

Corona-Tests an Schulen in Bayern: Pool-Tests als praktische Alternative zu Selbsttests?

Die Abgeordnete Gabriele Triebel (Grünen) regt an, künftig in den Schulen verstärkt auf Pool-Tests zu setzen. Bisher ist das laut Gesundheitsministerium im Laufe des ersten Schul-Halbjahres nur für Grund- und Förderschulen geplant. Triebel regt an, das Testverfahren auch an den weiterführenden Schulen umzustellen.

Ein Grund dafür ist der Preis. Ein Antigen-Schnelltest kostet, wenn man die Angaben aus der Landtags-Anfrage zugrunde legt, zwischen 4,50 und 5 Euro. Ein Pool-Test ist inklusive Abwicklung für 70 Euro zu haben, dafür werden aber rund 20 Schüler getestet. Pool-Tests werden nach dem PCR-Standard analysiert, sie sind also zuverlässiger. Nach etwa vier bis fünf Stunden könne ein Ergebnis vorliegen, sagt Gabriele Triebel. „Bei niedriger Inzidenz sind Pool-Tests preiswerter und praktikabler.“ Pool-Tests würden auch die Lehrer entlasten, erklärt die Abgeordnete, da sie das nicht beaufsichtigen müssen. Die Probenentnahme wie auch die Abwicklung übernimmt ein Labor. (dw)

Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie rund um die anstehende Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus dem Freistaat – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus Bayern.