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Zusammenhang mit Ukraine-Gästen? Drohnen über Truppen-Übungsplatz in Bayern – Polizei ermittelt

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Von: Stefanie Fischhaber

Eine Gruppe Soldaten der NATO Response Force steht auf dem Gelände des Heeres in Wildflecken.
Über dem Bundeswehrstandort Wildflecken in Bad Kissingen wurden verdächtige Drohnenflüge gesichtet. (Archivbild) © Daniel Vogl/ dpa

In der Nähe eines Bundeswehrstandorts in Bayern wurden verdächtige Drohnenflüge gesichtet. Handelte es sich um Spionage? Die Polizei ermittelt.

Wildflecken - In der Nacht zum Samstag (1. Oktober) wurden in Wildflecken im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen verdächtige Drohnen im Nachthimmel entdeckt. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Die Drohnen flogen auch über das Gelände eines Bundeswehr-Truppenübungsplatzes. Medienberichten zufolge werden dort auch ukrainische Soldaten ausgebildet.

Bundeswehrübungsplatz in Wildflecken: Duzende Drohnen gesichtet

Am Samstag sei es „wiederholt zu Drohnenüberflügen mehrerer Drohnen über der Bundeswehrliegenschaft sowie dem angrenzenden Truppenübungsplatz Wildflecken“ gekommen, teilte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag mit. Unklar ist, wer die Drohnen über dem Bundeswehrgelände fliegen ließ.

Die Polizei sei unmittelbar informiert worden und habe die Ermittlungen aufgenommen. Diese dauerten noch an. „Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit“, betonte die Sprecherin. Das Magazin Business Insider berichtete, dass rund ein Dutzend Drohnen unterwegs gewesen seien.

Verdächtige Drohnenflüge in Bayern: Wollten Unbekannte ukrainische Soldaten ausspionieren?

Dem Magazin zufolge versuchten die Unbekannten, am Bundeswehrstandort in Wildflecken zu spionieren. Dort werden demnach auch ukrainische Soldaten an gepanzerten Fahrzeugen des Typs Dingo ausgebildet. Im September hatte Berlin Kiew die Lieferung 50 solcher Fahrzeuge zugesagt. Der bewaffnete Radtransporter dient für Patrouillen- und Spähfahrten.

Zu den möglichen Urhebern der Drohnen-Aktion in Wildflecken äußerte sich das Verteidigungsministerium nicht. Mutmaßungen wurden laut, dass Russland hinter der Aktion stecken könnte. Bereits im August hatte der Spiegel berichtet, russische Geheimdienste hätten versucht, die Ausbildung ukrainischer Soldaten an westlichen Waffensystemen in Deutschland auszuspähen. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) habe im Umfeld der Militärstandorte Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz und Grafenwöhr in Bayern verdächtige Fahrzeuge bemerkt, aus denen heraus vermutlich Zufahrten zu den Kasernen beobachtet worden seien.

Drohnenflüge über Wildflecken: Polizei ermittelt

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken ermittelt inzwischen die Kriminalpolizei. Einsatzkräfte seien in Wildflecken vor Ort gewesen, auch um mögliche Verantwortliche zu ermitteln, sagte ein Polizeisprecher in Würzburg. Ob es sich bei den gesichteten Objekten tatsächlich um Drohnen handelte, könne derzeit aber nicht mit abschließender Sicherheit bestätigt werden. (sf/dpa/AFP)