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Volle Kliniken, leere Betriebe: Bayern kämpft mit ungewöhnlicher Krankheitswelle kurz vor den Feiertagen

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Von: Tanja Kipke

Bayern liegt regelrecht flach. Durch die Grippe- und Erkältungswelle sind Verkehrsbetriebe, Kliniken, Schulen und Kitas am Limit. So kann man sich schützen.

München – Bereits seit einigen Wochen hat die Grippe- und Erkältungswelle Bayern fest im Griff. Seit Anfang Oktober geht die Zahl der Influenza-Fälle stetig nach oben. Eine Grafik des Robert Koch-Institut (RKI) zeigt, dass sich die Grippefälle im Freistaat in den letzten vier Wochen um fast 40 Prozent erhöht haben. Auch Erkältungsviren machen den Menschen zu schaffen. Viele liegen momentan krank im Bett – und das so kurz vor Weihnachten.

Grippe- und Erkältungswelle hat Bayern im Griff: Krankenstand höher als 2020 und 2021

Die Krankheitswellen spiegeln sich auch in den Zahlen der Krankenkassen wider. Laut dem Dachverband der bayerischen Betriebskrankenkassen liegt die Zahl der Krankenstände von Beschäftigten um rund 2 bis 3 Prozent höher als im Vergleichszeitraum der Vorjahre. Die AOK vermeldete sogar doppelt so viele Menschen mit Erkältungen. Im Oktober zum Beispiel waren rund zehn Prozent der AOK-Versicherten deswegen krankgeschrieben, berichtet der BR.

Fieber, Husten und Kopfschmerzen: Viele Bayern liegen aktuell krank im Bett.
Fieber, Husten und Kopfschmerzen: Viele Bayern liegen aktuell krank im Bett. © Andreas Gebert/dpa/Symbolbild

Auch in Bayerns Kliniken spüren die Mitarbeiten die Influenza-Zeit. „Dass es uns jetzt noch einmal so trifft, hat uns selber überrascht“, erklärt Roland Engehausen von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG). Die Situation ist wegen krankheitsbedingten Personalausfalls in einigen Krankenhaus angespannt. Die Zahl der Corona-Patienten ist weiterhin rückläufig, dafür gibt es nun deutlich mehr Patienten mit Influenza oder RS-Viren. Eine vorweihnachtliche Notlage, wie es coronabedingt im Dezember 2021 der Fall war, wird es dieses Jahr allerdings nicht geben. Eine generelle Verschiebung geplanter Operationen - wie jüngst wieder von der Berliner Charité angekündigt - gebe es an bayerischen Kliniken nicht, so Engehausen.

Betriebe haben mit Ausfällen zu kämpfen

Nicht nur Kliniken haben mit massiven Personalausfällen zu kämpfen. Schulen und Kitas in Bayern kämpfen seit Wochen. Notbetreuung, kürzere Öffnungszeiten oder gar die Schließung von Gruppen sind bei Kindertagesstätten die Folge. In Augsburg waren beispielsweise zwischenzeitlich 50 städtische Kitas geschlossen. In Bayerns Schulen versucht man die Ausfälle mit zusammenlegen zweier Klassen aufzufangen. Wenn das nicht möglich ist, kann es auch vorkommen, dass eine ganze Klasse zu Hause bleiben muss. Unterrichtsmaterial wird dann bereitgestellt, wie kürzlich an einer Schule in Fürstenfeldbruck.

Auch Verkehrsbetriebe spüren den Personalausfall, in Nürnberg änderte man im November wegen den vielen Krankheitswellen kurzerhand den Fahrplan. Inzwischen ist er zwar wieder im Normalbetrieb, es sei aber schwierig, einen uneingeschränkten Betrieb aufrechtzuerhalten, wie eine VAG-Sprecherin dem BR verriet. „Es müssen immer wieder Fahrten ausfallen. Wir denken darüber nach, ob wir den Fahrplan wieder einschränken müssen.“ 

Grippewelle in Bayern: So kann man sich und seine Familie vor Ansteckung schützen

Der große Unterschied zwischen einem grippalen Infekt und der „echten“ Grippe ist der plötzliche Erkrankungsbeginn. Laut RKI sind die häufigsten Symptome Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Ansteckend ist man vier bis fünf Tage. „Eine längere Dauer ist aber vor allem bei Kindern möglich.“ Ein Werkzeugkasten des RKI soll vor Ansteckung schützen:

Vor allem zu den Weihnachtsfesten wird es vermutlich schwierig werden, die Tipps auch wirklich einzuhalten. Das wichtigste ist aber wohl, wer Symptome hat und sich krank fühlt, sollte den Kontakt zur Familie meiden. Für alle, die es bereits erwischt hat, hat Starnberger Ärztin Ursula Goppel fünf Tipps für eine schnelle Besserung parat. (tkip)

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