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Goldschatz aus Kelten-Museum gestohlen – Hunderte Münzen im Wert von mehreren Millionen Euro

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Von: Dirk Walter

Unbekannte haben Dienstagfrüh den weltberühmten keltischen Goldschatz aus dem Museum in Manching gestohlen. Dabei gingen sie äußerst professionell vor.

Update vom 23. November: Vom gestohlenen Goldschatz aus der Keltenzeit fehlt weiterhin jede Spur. Die Polizei hat inzwischen die Zahl der gestohlenen Münzen nach oben korrigiert. Es sollen 483 Goldmünzen entwendet worden sein. Wie genau der Diebstahl vonstattenging, kann die Polizei derzeit aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht bekannt geben. Sie bittet allerdings Zeugen, sich zu melden.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (089) 1 21 20 an. Man kann sich aber auch bei jeder anderen Dienststelle melden.

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Der Goldschatz wurde erst 1999 gefunden. © Frank Mächler

Erstmeldung vom 22. November: Manching/München – Der Fall erinnert an den spektakulären Goldraub aus dem Berliner Bode-Museum 2017. Oder an den Juwelen-Raub aus dem Grünen Gewölbe in Dresden 2019. Unbekannte haben den keltischen Goldschatz aus dem „Kelten Römer Museum“ in Manching geraubt. Der Goldschatz lag im Boden eingelassen im Erdgeschoss des Museums unter einer dicken Glasscheibe. Diese wurde zerschlagen, bestätigte der Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes, Fabian Puchelt, am Dienstagabend dem Münchner Merkur.

Oberbayern: Einbrecher stehlen insgesamt 451 Münzen aus Museum in Manching

Dann nahmen die Einbrecher die insgesamt 451 Münzen an sich und verschwanden. Auch ein sogenannter Goldgusskuchen, der Bestandteil des Goldschatzes ist, wurde vermutlich geraubt, sagt der Sprecher. Der Wert der Beute wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt, erklärt das LKA. Denn hier ist nicht der bloße Kilopreis des Goldes maßgeblich, sondern der kulturhistorische Wert des Schatzes. Und der ist schier einzigartig.

Hier schlugen die Diebe zu: das Kelten-Römer-Museum in Manching.
Hier schlugen die Diebe zu: das Kelten-Römer-Museum in Manching. © Armin Weigel/dpa

Gefunden worden war der Schatz eher zufällig am 26. August 1999 vom Archäologen Matthias Leicht. Er hatte routinemäßig ein Gebiet unweit der Bahnhofstraße abgesucht und eine Goldmünze entdeckt. Bei der systematischen Grabung fanden die Archäologen die 451 Münzen im Erdreich – ein Gefäss gab es nicht. Leicht nimmt an, dass die Münzen in einem Leder- oder Stoffbeutel aufbewahrt wurden.

Keltischer Goldschatz gestohlen: LKA ermittelt – Zusammenhang mit durchtrennten Glasfaserkabeln

Manching war vom 2. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 50 bis 30 v. Chr. Siedlungsgebiet der Kelten. Irgendjemand hat in dieser Zeit das Gold vergraben – vielleicht, um es vor Angreifern zu verstecken. Das Manchinger Oppidum, also die Ansiedlung, war 380 Hektar groß und ummauert.

Jetzt ermittelt das LKA. Wie die Einbrecher in das Museum eindrangen, wollen die Ermittler nicht bekannt geben – das sei Täterwissen. Dem LKA stellt sich aber auch die Frage, warum die Alarmanlage des Museums nicht auslöste. Das könnte indes mit dem Einbruch in einen Technikraum der Deutschen Telekom in Manching zusammenhängen. Unbekannte waren am Dienstag gegen 1.15 Uhr eingedrungen und haben Glasfaserkabel zerschnitten. Dadurch hatten 13.000 Privat- und Firmenkunden in der Umgebung stundenlang weder Telefon noch Internet – und wahrscheinlich war auch die Alarmanlage so ausgeschaltet. „Es wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn das nicht mit dem Raub zusammenhängt“, sagt LKA-Sprecher Puchelt.