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Weniger Herzinfarkt-Tote in Bayern - Holetschek: „Immer noch Todesursache Nummer 1“

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Von: Thomas Eldersch

Gesundheitsminister Klaus Holetschek stellte die neuen Zahlen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Bayern vor.
Gesundheitsminister Klaus Holetschek stellte die neuen Zahlen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Bayern vor. © IMAGO/Sachelle Babbar/Archiv

Die Zahl der Herzinfarkt-Toten in Bayern nimmt seit Jahren ab. Daran hat auch Corona nichts geändert. Ein anderer Wert nahm allerdings vergangenes Jahr zu.

München - Gleich mit einem Bündel guter Neuigkeiten trat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag vor die Presse. Er stellte den jüngsten Bericht „Herzinfarkte in Bayern“ vor. Erste Erfolgsmeldung: Die Zahl der Herzinfarkt-Toten nimmt Jahr für Jahr ab. Dennoch bleiben Herz-Kreislauf-Erkrankungen „die Todesursache Nummer 1“ in Bayern.

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Weniger Herzinfarkt-Tote in Bayern: Andere Kennzahl nahm allerdings zu

Vor 40 Jahren, also 1980, starben noch doppelt so viele Menschen wie heute. 12.400 Herzinfarkt-Tote zählte man damals. 2020 waren es noch 6400. Der Rückgang kann auf den medizinischen Fortschritt, den Ausbau des Rettungswesens und auf mehr Präventionsmaßnahmen zurückgeführt werden, heißt es in dem Bericht. Eine weitere gute Nachricht ist, dass die Zahl der stationär behandelten Patienten mit Herzinfarkt abgenommen hat. 2019 waren es rund 31.000 Patienten. Davon waren etwa 17.000 zwischen 45 und 74 Jahre alt. 13.000 waren älter als 75 Jahre.

Die Zahlen bei der ambulanten Behandlung ging laut dem Bericht allerdings leicht nach oben. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) meldete dem Gesundheitsministerium für das vierte Quartal 2021, dass 34.160 Männer ambulant wegen der Diagnose Herzinfarkt behandelt wurden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 33.247. Bei den Frauen seien es im vierten Quartal 15.426 Patientinnen gewesen, 2020 noch 15.206.

Herzinfarkt-Kampagne in München: Holetschek für gesunden Lebenswandel (Video)

Corona und Herzinfarkte: Kein vermehrtes Auftreten durch die Pandemie

Wie Holetschek sagte, geht der Bericht auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie ein, „weil das Coronavirus auch das Herz befallen kann. Zu den möglichen Folgen einer Infektion zählen Entzündungen des Herzmuskelgewebes, die zu Herzinfarkten und Herzversagen führen können“. Trotz der Pandemie seien Herzinfarktpatienten den bisherigen Erkenntnissen nach in Bayern zeitgerecht medizinisch versorgt worden. Vermehrte Herzinfarkt-Sterbefälle infolge möglicher versäumter Behandlungen hätten sich bisher nicht belegen lassen.

Und die KVB legte nach. Im Vergleich zum Vorjahr sei ein geringer Anstieg der ambulant behandelten Patienten zu verzeichnen. „Unmittelbare Rückschlüsse auf einen Zusammenhang zwischen der Corona-Pandemie und dem Auftreten akuter Herzinfarkte lässt dies nicht zu“, hieß es.

Als Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten Rauchen, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Alkohol und psychosoziale Belastungen, Lärm und Feinstaub. Mit der in diesem Jahr gestarteten und bis September dauernden Kampagne „Hand aufs Herz - Aktiv gegen Herzinfarkt“ will das Gesundheitsministerium für das Thema Herzgesundheit sensibilisieren. (tel mit dpa)

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