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Horst und Manuel erfüllen sich Kinderwunsch durch Leihmutterschaft in den USA – ein zweites Mal

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Von: Tanja Kipke

Zwei Oberbayern wünschten sich ein gemeinsames Kind. Eine Leihmutterschaft in den USA brachte vor über zwei Jahren das Babyglück. Jetzt versucht es das Ehepaar ein zweites Mal.

Eichstätt – Die kleine „Littleone“ – wie das Paar ihre Tochter liebevoll nennt – ist mittlerweile 2,5 Jahre alt. Ihren richtigen Namen wollen Horst und Manuel Pfister nicht an die Öffentlichkeit geben. Das Ehepaar schwebt seit der Geburt am 1. Mai 2021 im Familienglück. Leicht war der Weg für die beiden nicht, eine Adoption als homosexuelles Paar in Deutschland zu schwierig, eine Leihmutterschaft in den USA schien die beste Lösung. Aber auch hier klappte es beim ersten Embryo-Transfer nicht. Im Gespräch mit Merkur.de von IPPEN.MEDIA erzählte das Paar von seinen Erfahrungen in den USA.

Mit Leihmutterschaft in den USA: Oberbayern erfüllen sich Kinderwunsch ein zweites Mal

Der Wunsch nach einem Geschwisterchen für „Littleone“ war von Anfang an da. „Dass wir das jemals umsetzten können, hatten wir aber nicht gedacht“, verrät Horst unserer Redaktion. Es sei lange ein Thema gewesen, ob die beiden das wirklich schaffen. Denn: Eine Leihmutterschaft in den USA ist nicht günstig. Satte 180.000 Euro kostet das Prozedere, welches über professionelle Agenturen läuft. Seit dem letzten Mal sind die Kosten sogar noch gestiegen. Laut Host zum einen durch die Corona-Krise, zum anderen durch die aktuelle Lage.

Horst und Manuel Pfister am 1. Mai 2021 bei der Geburt ihrer Tochter.
Horst und Manuel Pfister am 1. Mai 2021 bei der Geburt ihrer Tochter. © Horst und Manuel Pfister

Dadurch, dass die beiden Eichstätter mit dem Thema bereits vertraut sind, lief der administrative Vorgang beim zweiten Mal leichter. Einfacher war es auch, „weil wir ja täglich mit anderen Paaren zu tun haben, die den Schritt gehen oder gehen wollen“. Der Bedarf nach Aufklärung sei enorm. Vor allem auch bei heterosexuellen Paaren, die beispielsweise keine Kinder bekommen können. Auf ihrer Instagramseite „2.be.good.dads“ nehmen sie ihre Community bei allem mit. „Das ist unser Weg der Aufklärung“, erklärt Horst. „Zudem planen wir auch in 2023 zwei große Offline-Events, um den Austausch noch mehr zu fördern.“ Das Paar würde sich wünschen, dass Leihmutterschaft auch in Deutschland erlaubt ist. Es müsse allerdings alles klar geregelt sein, damit alle Parteien „safe“ sind und wissen wie was wann wo läuft.

„Bauchmama“ hat bereits selbst zwei Kinder

Mit der Leihmutter von „Littleone“ hat das Paar nach wie vor wöchentlich Kontakt. Erst im Sommer verbrachten die drei eine „wunderschöne Zeit“ bei der Amerikanerin. „Wir konnten aus medizinischen und alterstechnischen Gründen leider kein weiteres Mal mit unserer Bauchmama weiter machen.“ Die beiden wurden neu „gematcht“ mit einer 28-Jährigen in Texas. „Sie selbst hat zwei Kinder und freut sich auf die gemeinsame Journey. Wir hoffen, dass wir wieder ein sehr enges und gutes Verhältnis, auch langjährig haben werden.“

Wer der Vater ist, verraten die beiden auch dieses Mal nicht. Der kleinen „Littleone“ haben die beiden schon von dem Baby erzählt, „sie fragt jede Person, die zu uns kommt ‚Baby?‘“. Der „Transfer-Day“, also der Tag, an dem der Leihmutter der Embryo eingesetzt wird, ist für das erste Quartal 2023 geplant. Wie beim letzten Mal will das Ehepaar auch diese mal für mehrere Wochen zum Geburtstermin in die USA fahren. Ob sie sich ein drittes Kind wünschen? Horst: „Ja“, Manuel: „Nein“. (tkip)

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