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Söder-Tochter Gloria-Sophie spricht am Weltfrauentag über die Rolle der Frau - mit fragwürdigen Vergleichen

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Von: Thomas Eldersch

Söder Tochter Gloria-Sophie Burkandt
Gloria-Sophie Burkandt, Tochter von Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU), hat sich zur Rolle der Frau geäußert. © Fabian Sommer/dpa

Gloria-Sophie Burkandt spricht am Weltfrauentag über die Rolle der Frauen. Die Tochter von Ministerpräsident Markus Söder stellt dabei Thesen auf, die mehr als gewagt sind.

München - Am heutigen 8. März wird der internationale Weltfrauentag gefeiert. Dabei ist es nicht nur ein Tag, um die Errungenschaften und Leistungen der Frauen weltweit zu ehren und feiern, sondern auch, um darauf hinzuweisen, was noch alles im Argen liegt. In vielen Bereichen, beispielsweise beim Gehalt, sind Frauen häufig noch schlechter gestellt, als ihre männlichen Kollegen. Durch prekäre Arbeitsverhältnisse und Teilzeitbeschäftigungen sind Frauen noch mehr von Altersarmut betroffen als Männer. Das stellte beispielsweise das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fest.

Ursprünglich entstand der Weltfrauentag als Initiative sozialistischer Organisationen vor dem Ersten Weltkrieg und das Datum geht auf die Frauenbewegung während der Russischen Revolution 1917 zurück, heißt es auf der Seite der Vereinten Nationen. Damals wie heute kämpfen Frauen um Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Ein perfekter Anlass also, prominente Frauen nach ihrem Bild über ihr Geschlecht auszufragen. In diesem Zusammenhang gab Gloria-Sophie Burkandt (23), die Tochter von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bild.de ein Interview.

Weltfrauentag: Gloria-Sophie Burkandt glaubt, dass Frauen im 20. Jahrhundert mehr respektiert wurden

Die 23-Jährige ist gerade dabei, sich ein eigenes Leben, jenseits des Schattens ihres berühmten Vaters aufzubauen. Sie studiert und verdient sich nebenbei ihren Unterhalt durchs Modeln. Ganz nebenbei jettet sie um die Welt und ließ erst jüngst ihre Follower auf Instagram an ihrem Trip in die USA und Mexiko teilhaben. Da verwundert die Aussage im Bild-Interview doch, dass sie nicht gern eine Frau ist. Ihrer Meinung nach würden Frauen heute weniger respektiert als noch im letzten Jahrhundert. Damals wären auch die Familienbande enger und der Zusammenhalt besser gewesen.

Dann stellt das 23-jährige Model eine gewagte These auf. „Jedoch beobachte ich, dass zur damaligen Zeit die deutschen Frauen zufriedener mit sich und ihrem Leben waren. Damals waren die Ziele einer Frau anders.“ Der Fokus der Frauen lag damals bei der Familiengründung und der Erziehung. Ihre Weiblichkeit mussten sie unterdrücken, um Anerkennung vom männlichen Geschlecht zu erhalten, behauptet Burkandt. Deshalb sei sie froh, dass jetzt Frauen mehr Chancen zur Selbstverwirklichung bekommen.

Weltfrauentag: Gloria-Sophie Burkandt denkt, dass viel Männer Frauen nicht respektieren würden

Weiter betont Burkandt noch einmal: „Frauen wurden damals mehr respektiert. Wir leben in einer Welt, in der sehr viele Männer die Frauen nicht respektieren.“ Viele Paare wären ihrer Meinung nach auch aus den falschen Gründen zusammen. Darunter würden die Frauen in der heutigen Zeit besonders leiden. Sie sieht aber eine Lösung des Problems. Frauen brauchen finanzielle Unabhängigkeit - auch für ihr Wohlbefinden. Aber scheinbar spricht sie hier nur von anderen Frauen. Ihre Situation stellt sie wenige Absätze später anders dar.

Auf die Frage, ob sie für ihre Selbstbestimmtheit kämpfen musste, antwortet die 23-Jährige der Bild: „Kämpfen musste ich nicht. Ich habe das große Glück, die Tochter eines Ministerpräsidenten zu sein und eine tolle Mutter zu haben. Ich brauche nicht zu kämpfen, alles kommt sehr einfach, und ich bin noch nichts außer einer Studentin und Model für den Moment. Ich habe mehr als 100 Prozent der Mädchen und Frauen in dieser Welt, und ich bin erst 23 Jahre alt.“ Weiter führt sie aus, dass sie bei Problemen nur ihre Mutter, ihre zwei Agenten oder ihren Vater anrufen müsse. Deshalb wolle sie - „ohne überheblich sein zu wollen“ - anderen Frauen in ihrer Umgebung helfen.

Weltfrauentag: Die 23-Jährige zieht einen fragwürdigen Weltkriegsvergleich

Am Ende des Interviews wird die 23-Jährige gebeten, einen Blick auf die Zukunft der heutigen Jugend zu werfen. Dieser fällt ziemlich düster und ein wenig verwirrend aus. „Wir jungen Menschen sind alle keine Pechvögel, sondern eine Generation ohne Zukunft.“ Die Corona-Pandemie und die unbestimmte Weltpolitik - allen voran die eskalierte Ukraine-Krise - hätten dazu geführt. Jeder und alle könnten jederzeit durch eine Politik dieser Menschen wie Putin sterben, meint Burkandt. Und dann folgt ein fragwürdiger Vergleich: „Meine Generation ist wie die Generation aus 1914 und 1939. Eine geopferte Generation. Nur ist es für uns etwas komfortabler als damals.“ (tel)