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Regensburg: Drama für Familie – Haus muss DB-Großprojekt weichen

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Von: Felix Herz

Der Umschlagbahnhof Ostbahnhof in Frankfurt am Main.
Ein Umschlagbahnhof dient dem Transportwechsel von Gütern (Symbolbild) © Jan Huebner / IMAGO

Die Deutsche Bahn baut in Regensburg einen neuen Umschlagbahnhof. Doch für das Großprojekt muss das Haus einer Familie weichen, die dort seit 20 Jahren wohnt.

Regensburg – In einer Pressemitteilung gab die Deutsche Bahn kürzlich bekannt, in Regensburg ein neues Terminal für kombinierten Verkehr (KV-Terminal) zu bauen. Da das aktuelle KV-Terminal bereits an seine Grenzen stoße und Regensburg samt Umgebung ein international vernetzter Wirtschaftsstandort ist, soll in den kommenden Jahren ein neues KV-Terminal in Burgweinting entstehen. Für den Bau muss aber unter anderem ein Familienhaus weichen – ein Schock für die Bewohner.

Großprojekt in Regensburg: Neuer Umschlagbahnhof in Burgweinting

Der Deutschen Bahn zufolge, die im Auftrag des Bundes arbeitet, sei das Großprojekt eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichem Güterverkehr sowie eine Ausweitung der Umschlagleistung in Regensburg. Mit dem neuen KV-Terminal soll eine „Umschlagkapazität von 230.000 Ladeeinheiten pro Jahr geschaffen werden“, heißt es in der DB-Ankündigung auf deren Presseseite.

Der neue Umschlagbahnhof entsteht am Standort Burgweinting im Südosten Regensburgs.
Der Standort für das neue KV-Terminal in Regensburg © Deutsche Bahn / Regionale Presseinformationen

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Deutsche Bahn baut neues KV-Terminal in Regensburg

Zu den Neubaumaßnahmen zählen laut Deutscher Bahn Umschlaggleise, Portalkräne, Lade-, Fahr- und Abstellspuren sowie ein Dispositions- und Abfertigungsbereich mit LKW-Parkplätzen. Kosten soll das Großprojekt etwa 225 Millionen Euro, die Bauzeit wird mit vier Jahren veranschlagt. Geplante Inbetriebnahme ist das Jahr 2029. Durch die Verkehrsverlagerung könne der Deutschen Bahn zufolge knapp 50 Millionen LKW-Kilometer vermieden und rund 36.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Regensburg: Familienhaus und Kleingärten müssen DB-Projekt weichen

Der Großteil des Gebiets, auf dem die Deutsche Bahn das neue KV-Terminal bauen will, gehört dem Unternehmen bereits. Mit Ausnahme eines Familienhauses, das den Bewohnern laut mittelbayerische.de bereits seit 20 Jahren gehöre und in das sie enorm viel Renovierungs- und Schönheitsarbeiten gesteckt hätten. Für sie sei der Brief, dass sie aus dem Haus ausziehen müssten, ein echter Schock gewesen. Tagelang seien Tränen geflossen, berichtet idowa.de.

Mathias Witzel ist der Projektleiter des Neubaus des Terminals. Er will mit der Familie eine Lösung finden, einen Ausgleich schaffen und gemeinsam nach einem neuen Grundstück für die Familie suchen, schreibt idowa.de. Neben dem Familienhaus müssten auch verschiedene Schrebergärten weichen. Diese würden aber der Deutschen Bahn gehören, sie sei der Pächter. Auch für deren Besitzer schaue man sich nach Lösungen um. (fh)